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Falk Schien hat Neu-Isenburg geprägt. Am 24. April wird er 70 Jahre alt - und tritt ein bisschen kürzer.

Neu-Isenburg Stadtentwicklung

Ruhestand auf Raten

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Stadtplaner Falk Schien verabschiedet sich in den Ruhestand – jedenfalls ein bisschen. Der 69-Jährige bleibt der Stadt Neu-Isenburg weiterhin als Berater erhalten. Künftig wird er sich mit der Entwicklung des Stadtquartiers Süd beschäftigen.

Stadtplaner stehen in der Regel in der zweiten Reihe – doch was sie austüfteln, hat enorme Konsequenzen, sei es bei der Verkehrsführung, sei es bei der Ansiedlung von Gewerbeflächen, sei es auch beim Stadtbild insgesamt. In Neu-Isenburg war jahrzehntelang Falk Schien dafür verantwortlich. Gestern bekam der 69-Jährige im Rathaus für seine Verdienste die Hugenotten-Medaille verliehen und wurde verabschiedet, ein bisschen jedenfalls.

Denn Schien, der längst das Pensionsalter erreicht hat, bleibt der Stadt auch weiterhin als Berater erhalten, er schließt noch laufende Projekte ab und befasst sich auch künftig mit der Entwicklung des Stadtquartiers Süd. Außerdem behält er seinen Posten als Geschäftsführer der Regionalpark Rhein-Main Südwest gGmbH und damit auch sein Büro im Rathaus.

Es ist erstaunlich, dass Schien nach einem Architekturstudium und der Arbeit im Stadtplanungsamt Offenbach 1984 hier gelandet ist – denn der erste Eindruck war nicht besonders positiv, wie er gestern erzählte. „Als ich 1958 beim Durchfahren meine erste Begegnung mit Neu-Isenburg hatte, dachte ich nur: Mein Gott, ist das hässlich!“

Liste der Erfolge lang

Der Start war dann aber offenbar doch sehr gut. „Bei dem Bewerbungsgespräch war mir gleich klar, dass das der Richtige ist“, erinnert sich Bürgermeister Herbert Hunkel (parteilos). Ein Jahr nach seinem Dienstantritt in Neu-Isenburg war Schien bereits Leiter des Stadtplanungsamtes. „Immer wieder haben Investoren mir gegenüber betont, dass er sehr, sehr kompetent sei“, sagt Erster Stadtrat Stefan Schmitt (CDU).

Und auch Bürgermeister Hunkel lobt Schiens hohe soziale Kompetenz, sein großes Engagement, aber auch die Fähigkeit, bei Bauprojekten und bei Sanierungen wie der des Rathauses auf die Machbarkeit zu achten, in den höchsten Tönen. Grade am Anfang habe er nicht nur gute Presse gehabt, sagt Schien. Doch rückblickend ist die Liste der Erfolge, an denen er Anteil hatte, lang. „Als ich hier anfing, hatte Neu-Isenburg noch 7000 Ein- und 14 000 Auspendler“, sagt Schirn.

In Schiens Dienstzeit ist das Gewerbegebiet Ost entwickelt und das Gewerbequartier Süd umgestaltet worden, um zwei der Großprojekte zu nennen, an denen er maßgeblich beteiligt war. Die Liste der Projekte ist sehr lang. Deutschlandweite Aufmerksamkeit zog Schiens Planung für das „Quartier 4“ auf sich, für das die Stadt 1990 den 1. Preis der Wüstenrot-Stiftung erhielt und das sogar für den Deutschen Städtebaupreis nominiert war. „Wir waren die Innovativsten“, sagt Schien stolz. Der laute Jubel zum halben Abschied scheint ihm aber fast unangenehm: „Eigentlich habe ich doch nur meine Arbeit gemacht.“

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