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Preisgekrönte Bank

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Von: Annette Schlegl

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Eine Integrationsklasse hat „ausgezeichnetes“ Werk geschaffen: Eine Jury lobt die Bank, die im Unterricht mit Flüchtlingen gebaut wurde. Die Aussage dahinter: „Wir sind angekommen.“

Eine kunstvoll gestaltete Bank steht seit fast einem Jahr im Eingangsbereich des Neu-Isenburger Rathauses. David Distelmann, Lehrer an der Dreieicher Max-Eyth-Schule, hat sie im Unterricht mit Flüchtlingen in seiner Integrationsklasse gebaut. Nun hat die „Hugenottenbank“ den Förderpreis beim Wettbewerb „Demokratisch Handeln“ gewonnen. Der Lohn waren viertägige Workshops zum Thema Demokratie in Hofgeismar.

Das Sitzmöbel mit den schwarz-rot-goldenen Lehnen ist mit dem Hugenotten- und Waldenserpfad bemalt und zeigt einen Kartenausschnitt des 2000 Kilometer langen Kulturfernwegs. Der gleichnamige, in Neu-Isenburg ansässige Verein war nämlich der Anstoßgeber für die Bank. Auf der Sitzfläche haben die Jugendlichen ihre eigenen Migrationsgeschichten einfließen lassen. „Sie alle sind seit maximal zwei Jahren hier in Deutschland“, so Distelmann.

Die Juroren waren begeistert von der blau-grünen Bank und der Botschaft, die sie ausstrahlt: Wer darauf sitzt, ist nicht mehr unterwegs, ist angekommen.

Angekommen ist Abdullah Rahimi, einer der jungen Künstler, schon vor 20 Monaten. Mittlerweile hat er sehr gut Deutsch gelernt, hat einen Ausbildungsplatz gefunden. Aber es kann sein, dass er wieder aufbrechen muss: Sein Asylantrag wurde abgelehnt, berichtete er in der Pressekonferenz. Bürgermeister Herbert Hunkel (parteilos) handelte sofort und brachte den jungen Mann mit Alexander Gerstenberger-Vogt, beim Sozialamt der Stadt für Flüchtlingsfragen zuständig, zusammen.

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