1. Startseite
  2. Rhein-Main
  3. Kreis Offenbach
  4. Neu-Isenburg

Platz für Sammler und Sänger

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Andreas Hartmann

Kommentare

In den Vitrinen im Flur präsentieren sich die Vereine mit ihren in Jahrzehnten gesammelten Pokalen und Urkunden.
In den Vitrinen im Flur präsentieren sich die Vereine mit ihren in Jahrzehnten gesammelten Pokalen und Urkunden. © Renate Hoyer

Die Stadt Neu-Isenburg steckt 100.000 Euro in die Dachsanierung des Hauses der Vereine. 15 der insgesamt gut 170 Vereine der Stadt haben dort Räume. Das Haus ist rund um die Uhr belegt.

Hausmeister Gerd Hofmann hat einen beeindruckenden Schlüsselbund, so dick wie eine Boxerfaust. Im weitläufigen Haus der Vereine in der Offenbacher Straße 35 gibt es allerdings auch viele Übungssäle, Kellerräume, Tagungszimmer, Büros – und der sportliche 64-Jährige, der im Oktober in Rente geht, kennt sie alle, weiß, welcher Verein wann und wo übt oder tagt, wer der Ansprechpartner ist und wer sich mit wem die Räume teilt.

Seit 43 Jahren arbeitet Hofmann bei der Stadt, seit 23 Jahren betreut der Mann im Hintergrund – neben vielen weiteren Gebäuden – das Haus der Vereine, steht im Winter oft um 4 Uhr früh auf, um Schnee zu schippen, und schaut durchaus auch abends um 23 Uhr, ob jemand vergessen hat, das Licht auszuschalten. Die gute Nachricht für alle Vereinshaus-Nutzer: Um sein Haus wird sich Hausmeister Hofmann auch nach der Pensionierung kümmern. „Hallo Gerd, ich grüße Dich“, sagt eine Besucherin im Vorbeilaufen lachend und klopft ihm auf die Schulter.

„Das Haus ist rund um die Uhr belegt“, sagt Walter Bechtold, der Vorsitzende der Interessengemeinschaft Neu-Isenburger Vereine, bei einem Rundgang stolz. 15 der insgesamt gut 170 Vereine der Stadt haben hier Räume. Das ehemalige Feuerwehrhaus, in dem die Wehr vor ihrem Umzug in die Sankt-Florian-Straße von 1875 bis 1984 untergebracht war, ist seit dem Umbau und der Erweiterung 1986 der größte der drei städtischen Treffpunkte und Vorbild für die beiden anderen, die Alte Goetheschule und das Haus in der Friedrichstraße 43.

Das im Vergleich zu den Nachbarkommunen immer noch recht wohlhabende Neu-Isenburg kann sie seinen Vereinen kostenfrei zur Verfügung stellen und damit deren ehrenamtliches Engagement unterstützen.

Bunte Nachbarschaft

Es ist eine bunte Nachbarschaft, die manche der Räume auch miteinander teilt – der serbische Kulturverein Klub Srbija 2 beispielsweise und die Kartenspieler vom Bridge-Club Gravenbruch sind solche gemeinsamen Raumnutzer. Beim Kraftsportverein 1998 trainiert auch Hausmeister Hofmann gelegentlich. Die Briefmarkensammler sind hier an der Offenbacher Straße, Musik- und Gesangsvereine, der Motorsportclub oder die Griechische Gemeinde.

In einem Saal im Erdgeschoss wird gerade Rückengymnastik betrieben, hier parkten früher einmal die Feuerwehrautos. Nebenan stehen heute die Fahrzeuge des Roten Kreuzes, das das Vereinshaus ebenfalls nutzen darf und hier auch regelmäßig zu Blutspendeterminen oder Erste-Hilfe-Kursen einlädt.

Zurzeit ist das Haus eingerüstet, die Stadt saniert das Dach. Es entspricht nach Angaben von Bürgermeister Herbert Hunkel (parteilos) nicht mehr den heutigen energetischen Anforderungen. Auch die Dachziegel müssen erneuert werden, die Sirene und eine Taubenabwehr bleiben aber erhalten. Rund 100 000 Euro wird die Sanierung kosten.

Auch interessant

Kommentare