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Jede Menge Besucher beim diesjährigen Open-Doors-Festival. Den Charity-Button kauften aber die wenigsten. Foto: Rolf Oeser

Neu-Isenburg

Open Doors in Neu-Isenburg: Zu viele Besucher für lau

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Der Charity-Button-Verkauf beim Open-Doors-Festival in Neu-Isenburg lief in diesem Jahr nicht wie gewünscht. Deshalb gibt es 2020 Änderungen.

Im kommenden Jahr muss sich beim Open-Doors-Festival in Neu-Isenburg einiges ändern. Dieser Meinung sind Michael Kercher und Christopher George von der örtlichen Veranstaltungsagentur „12 Löwen“, die das dreitägige Musikspektakel jährlich organisiert. Der Verkauf der sogenannten Charity-Buttons, mit denen ein Teil der Kosten für das kostenlose Festival abgefangen werden soll, lief in diesem Jahr nämlich lange nicht so gut wie geplant.

Der Charity-Button wurde im Vorjahr erstmals eingeführt. Die Open-Doors-Besucher sollen ihn für fünf Euro kaufen. Zwei Euro davon erhält der gemeinnützige Verein Kinderhilfestiftung Frankfurt, drei Euro gehen an die Stadt, um wenigstens einen Teil der Unkosten zu decken. Bei der dreitägigen Veranstaltung im Juli dieses Jahres war der Button an stationären Pavillons auf der Festmeile zu erwerben – oder bei „fliegenden Händlern“, die übers Festivalgelände liefen. Wer ihn kaufte, tat Gutes und erhielt am Samstagabend freien Eintritt zur Aftershow-Party, die ab 23 Uhr in der Hugenottenhalle stattfand.

„Viele Bürger haben den Pavillon ignoriert oder sind Slalom um die Buttonverkäufer gelaufen“, ärgert sich Kercher. Dabei hatte er den erbetenen Erwerb der Buttons mehrfach auf den großen Bühnen per Mikrofon kommuniziert. Die Folge: Die Verantwortlichen bilanzierten lediglich 3000 verkaufte Charity-Buttons. „Mit 5000 haben wir gerechnet“, so Kercher. Das heißt: Die meisten der insgesamt 40 000 Besucher an den drei Festivaltagen konsumierten die Musik „für lau“.

Trotzdem kann sich die diesjährige Spendensumme sehen lassen: Dank Sponsoren und Aktionen wie den Charity-Tattoos des Tätowierstudios „Inky & Stretchy“ gehen 24 500 Euro an die Kinderhilfestiftung Frankfurt, die chronisch kranken, behinderten und misshandelten Kindern hilft, und an die Christoph-Lange-Stiftung „Hilfe zur Selbsthilfe“, die den Brunnen- und Schulbau in Afrika unterstützt. In 15 Jahren Open Doors seien 280 000 Euro an Spendengeldern zusammengekommen, so Kercher stolz.

Wie es nun vom 17. bis 19. Juli 2020 laufen wird, ist noch nicht ganz klar. „Wir sind noch in enger Absprache mit dem Kulturamt“, sagt George. Einige Varianten seien aber schon mal angedacht. Zum Beispiel könnte es neben den stationären Pavillons Laufteams geben, die mit vier Meter hohen Fahnen die Menge auf die Buttons aufmerksam machen. Oder man fahre ein aufwendiges Programm in der Hugenottenhalle und im Gasthaus Treffpunkt an der Bahnhofstraße, das man nur mit Button erleben kann. „Wer dann zum Beispiel um 20 Uhr die Queen Kings erleben will, der zahlt halt fünf Euro.“ Im öffentlichen Raum könne man den Buttonkauf nicht erzwingen, in einer gesonderten Spielstätte gehe das aber.

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