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Viel zu viel Platz, viel zu wenig Autos: Das Open-Doors-Festival im Autokino blieb weit hinter den Erwartungen zurück.

Corona

Open-Doors-Festival im Autokino Gravenbruch endet im finanziellen Fiasko

  • Annette Schlegl
    vonAnnette Schlegl
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Das Neu-Isenburger Musikfestival Open Doors ist dieses Jahr ein Flop und hinterlässt 50 000 Euro Verlust. In Corona-Zeiten trifft das die Veranstalter schwer.

  • Die Neu-Isenburger Veranstalter hatte mit 1500 Tickets kalkuliert.
  • Letztlich wurden für die das Open-Doors-Musikfestival nur 200 Tickets verkauft.
  • Zusätzlich zu den Verlusten in Zeiten von Corona kommt ein Loch in Höhe von 50 000 Euro.

Neu-Isenburg - Frust, Enttäuschung und Trauer bei der Neu-Isenburger Veranstaltungsagentur „12 Löwen“: Das Open-Doors-Musikfestival hat ein Loch von 50 000 Euro gerissen. Nur 200 Tickets wurden für die coronabedingte Drive-in-Edition des Festivals im Autokino Gravenbruch verkauft; kalkuliert war mit 1500 Tickets. Wegen des großen technischen Aufwands und der „normalen Gage“ für die auftretenden Bands verlangten die Veranstalter erstmals 50 Euro Eintritt.

Das Musikspektakel, das jedes Jahr 40 000 bis 45 000 Besucher in die Neu-Isenburger Innenstadt lockt, war diesmal ein Flop. „Wir haben 28 Jahre lang das Musikspektakel auf die Beine gestellt. Da wäre ein Besuch ein großer Akt der Solidarität gewesen“, sagt Michael Kercher, der zusammen mit Christopher George die Geschäftsführung der „12 Löwen“ innehat. Der Verlust ist umso schlimmer, weil die Agentur seit Beginn der Pandemie keinerlei Einnahmen hatte. „Uns sind bisher 180 000 Euro verloren gegangen, weil sämtliche Events gecancelt worden sind“, sagt Kercher. Und es bestehe weiterhin „quasi ein Berufsverbot“.

Neu-Isenburger Open-Doors-Musikfestival: Veranstalter fällt durchs Raster

Für die großen Veranstalter gebe es ein Millionenbudget als Ausfallgeld, aber der Veranstalter eines „kleinen“ Musikfestivals falle durchs Raster, so Kercher. Deshalb komme das Open-Doors-Minus für die „12 Löwen“ jetzt noch obendrauf. Von der Stadt Neu-Isenburg, die als Mitveranstalter von Open Doors fungiert, erhofft er sich keine Unterstützung. Sie habe schon die Gelder, die sie für Aufräum- und Reinigungsarbeiten sowie fürs Bandcatering normalerweise ausgegeben hätte, zur Verfügung gestellt. „Ohne dieses Entgegenkommen wäre unser Verlust noch größer“, sagt Kercher. Um die Existenz seiner fünfköpfigen Agentur zu sichern, werde er jetzt einen Kredit bei der KfW-Bank aufnehmen müssen.

bei Open Doors in Neu-Isenburg fehlten 40 000 Euro

Da es bei Open Doors keine Einnahmen aus Standvermietungen gab, fehlten von vornherein 40 000 Euro. Kercher wollte das Festival deshalb eigentlich ausfallen lassen, sein Partner George überredete ihn aber zur Durchführung. Immerhin ergebe sich dadurch nun ein Silberstreifen, dass wieder Aufträge generiert werden könnten, so Kercher. Große Firmen wie Fresenius, Nestlé oder Rewe haben nämlich das Autokino für ihre Mitarbeiterveranstaltungen entdeckt und brauchen eine Agentur, die das technisch umsetzen kann. „Wir lassen uns nicht unterkriegen“, sagt Kercher. Open Doors soll zusammen mit der Stadt im Jahr 2021 erneut stattfinden. Zuerst müssen aber neue Sponsoren gefunden werden. (Von Annette Schlegl)

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