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Öko-Essen aus der Kantine

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Von: Andreas Hartmann

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Küchenhilfe Radica Desancic und Koch Benjamin Weiss bereiten das Mittagessen in der Aramark-Kantine „Upstairs“ vor.
Küchenhilfe Radica Desancic und Koch Benjamin Weiss bereiten das Mittagessen in der Aramark-Kantine „Upstairs“ vor. © Monika Müller

Auch der Groß-Caterer Aramark beteiligt sich an der Fair-Trade-Kampagne der Stadt Neu-Isenburg. Auch Schulen, Cafés, Kirchen und Firmen machen mit.

Ob die heftige Debatte um einen vegetarischen Tag pro Woche in den Kantinen dieser Republik den Ausgang der Wahlen bestimmt hat oder nicht, lässt sich kaum feststellen – die Nachfrage nach vegetarischer Kost jedenfalls gibt es, ohne Frage. „Das ist ein Top-Trend. Viele Konsumenten wollen nicht mehr jeden Tag Fleisch haben“, sagt Ulrike Mössner vom Groß-Caterer Aramark. Vor allem junge Erwachsene sprängen auf diesen Zug auf.

Das zweitgrößte Unternehmen dieser Art in Deutschland hat seinen Hauptsitz seit zehn Jahren in Neu-Isenburg. Rund 7500 Aramark-Mitarbeiter kochen bundesweit in vielen Unternehmen, in der Region zum Beispiel in der Commerzbank-Arena, bei der Deutschen Bank oder in der Unfallklinik in Frankfurt, in Neu-Isenburg im KfH-Dialysezentrum und in der selbst genutzten öffentlichen Kantine „Upstairs“. „Wir bieten in unseren Kantinen jeden Tag ein hochwertiges vegetarisches Gericht an“, sagt Mössner. „Es geht hier nicht um Bratlinge, sondern um feine Pastagerichte oder frisch zubereitetes Asiatisches.“

Kantinenkunden achten auf den Preis, aber sie sind auch anspruchsvoll. „Uns unterscheidet vom Restaurant, dass unsere Gäste jeden Tag kommen“, sagt Mössner. Fair gehandelte Produkte sind da durchaus etwas, mit dem eine Kantine punkten kann. Produzenten, die in den Entwicklungsländern Fairtrade-Produkte anbauen, erhalten dafür mehr als den üblichen, meist ruinös niedrigen Weltmarktpreis, sie erhalten Unterstützung für Bildungs- und Gesundheitsprojekte und langfristige Handelsverträge.

Kaffee sensibles Thema

Dass Neu-Isenburg vor gut einem Jahr die erste Fair-Trade-Stadt im Kreis Offenbach wurde, verdankt sie zwar in erster Linie dem engagierten ehrenamtlichen Team des Weltladens in der Lessingstraße, doch auch Schulen, Cafés, Kirchen und Firmen haben sich beteiligt – und Aramark ist ebenfalls dabei.

Man bemühe sich grundsätzlich um die Verwendung regionaler und ökologisch produzierter Produkte sowie um Nachhaltigkeit, sagt Michael Krug, der in der Firma im Einkauf tätig ist. So kommt beispielsweise der Bio-Pfeffer für die Kantinen aus einem südindischen Nationalpark, ein Teil der Verkaufserlöse kommt einem lokalen Tigerreservat zugute oder fließt in einen Sozialfonds für die dort lebenden Menschen. Das klingt nach einer Bagatelle, doch verbrauchen die Aramark-Gäste immerhin drei Tonnen Pfeffer im Jahr. Wohl keiner wird einen Unterschied schmecken.

Ein sensibles, ja fast schon politisches Thema sei hingegen der Kaffee, sagt Krug. „Darüber wird am allermeisten diskutiert, und es gibt viele Spezialwünsche. Wir versuchen, fair gehandelten Kaffee anzubieten, aber am Ende entscheidet der Kunde.“ 600 Tonnen schenkt Aramark im Jahr aus, immerhin 200 Tonnen stammen aus fairem Handel.

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