Neu-Isenburg

Neues Angebot für Geschiedene in Neu-Isenburg

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Seelsorger Ralf Weidner will gläubigen Menschen in Neu-Isenburg mit einem Kurs helfen, die Folgen von Trennung zu lindern.

Hochzeiten sind große Feste der Freude und des Glücks – Scheidungen hingegen werden nicht gefeiert. Die betroffenen Paare müssen das ganz alleine auskämpfen, oft wird aus der Trennung ein unschöner Rosenkrieg, es bleiben Verletzungen zurück, die manchmal ein ganzes Leben lang schmerzen. Scheiden tut weh.

„Wenn es passiert, ist es ein Riesenthema, besonders für gläubige Menschen“, sagt Ralf Weidner, Pastor der evangelischen Stadtmission Neu-Isenburg. Kirchliche Angebote für Betroffene gebe es allerdings bisher nur ganz wenige, ist seine Erfahrung – und das trotz hoher Scheidungsraten. „Zumindest in unserem Dekanat ist mir noch gar nichts vergleichbares begegnet“, sagt er.

Das soll sich nun ändern. Weidner will nach den Herbstferien einen zehnteiligen Kurs anbieten, der sich mit dem Thema Scheidung beschäftigt. Der Kurs für Frauen und Männer ist kostenlos und überkonfessionell. „Wer mitmacht, verpflichtet sich, dass das, was in der Gruppe besprochen wird, auch in der Gruppe bleibt“, betont er. „Es soll auch Platz sein, mal Wut und Hass rauszulassen.“

Grundlage für die zehn Abende ist ein Konzept des „Weißen Kreuzes“, eines christlichen Beratungsdienstes zur Sexualethik, und das dort erarbeitete Taschenbuch „Auch getrennte Wege gehen weiter: Scheidung überwinden – zurück ins Leben finden“ von Arndt Schnepper und Kai Mauritz.

„Natürlich versucht man als Seelsorger erst mal zu fragen, wie sich eine Partnerschaft retten lässt. Aber nicht um jeden Preis, das kann nicht gottgewollt sein“, sagt Weidner. „Wir haben zur Kenntnis zu nehmen, dass manchmal kein gemeinsames Miteinander mehr möglich ist.“

Dabei sei es aber auf jeden Fall besser, sich mit der Trennung auseinanderzusetzen, als lebenslang dunkle Schatten mit sich herumzuschleppen, sagt Weidner. Es helfe sehr, sich daran zu erinnern, dass es auch gute Zeiten gegeben habe. Oft gebe es gemeinsame Kinder, da müsse man sich immer wieder treffen im späteren Leben. „Zwei Menschen haben sich mal geliebt. Wieso soll das also nicht möglich sein, sich wieder zu begegnen.“

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