Die Mitarbeiter der Spätschicht folgten dem Verdi-Aufruf und machten ihrem Unmut Luft. privat
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Die Mitarbeiter der Spätschicht folgten dem Verdi-Aufruf und machten ihrem Unmut Luft.

Neu-Isenburg

Neu-Isenburg: Warnstreik in der Spätschicht

  • Annette Schlegl
    vonAnnette Schlegl
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Pfiffe und Trillerpfeifen vor den Toren der Geis GmbH in Neu-Isenburg: Die Gewerkschaft Verdi hat in der aktuellen Lohntarifrunde zu Warnstreiks aufgerufen.

Rund 70 Mitarbeiter der Spätschicht bei der Geis Ersatzteil Service GmbH in Neu-Isenburg sind am Freitag in den Warnstreik getreten und haben mit Pfiffen, Trillerpfeifen, Fahnen und Transparenten mehrere Stunden lang vor den Toren des Logistikunternehmens protestiert. Geis ist Dienstleister für Siemens Healthcare und beliefert Krankenhäuser, Praxen und Außenlager weltweit mit medizinischen Ersatzteilen.

Als Gewerkschaft für die Branche Spedition und Logistik hatte Verdi zu dem Warnstreik aufgerufen. In der aktuellen Lohntarifrunde fordert sie für die Arbeitnehmer einen monatlichen Sockelbetrag von 75 Euro zuzüglich einer linearen Erhöhung von drei Prozent, um die unteren Lohngruppen zu stärken, sowie Zuschläge von 30 beziehungsweise 60 Euro für langjährige Betriebszugehörigkeiten. Der Arbeitgeberverband Vereinigung des Verkehrsgewerbes Hessen habe bisher nur 28 Cent mehr pro Stunde auf 36 Monate Laufzeit angeboten, so Gewerkschafterin Nicole Lämmerhirt gegenüber der FR.

Vor zwei Wochen seien die Verhandlungen mit der Arbeitgeberseite ins Stocken geraten, berichtet sie. Deshalb habe Verdi sich mehrere Betriebe für einen Warnstreik herausgepickt und habe am Montag mit der Nachtschicht beim Logistikunternehmen DB Schenker begonnen.

Auch bei der Neu-Isenburger Firma Geis, die 250 Mitarbeiter zählt, sei schon die ganze Woche über gestreikt worden, „aber nur vereinzelt“, so Lämmerhirt. Die Unternehmensleitung habe nämlich allen, die sich nicht am Warnstreik beteiligen, von Montag an eine Streikbrecherprämie von 150 Euro pro Tag bezahlt. Ein entsprechender Hinweis sei sogar ausgehängt worden. „Da aber so viele die Prämie in Anspruch genommen haben, ist der Betrag am Donnerstag auf 75 Euro pro Tag reduziert worden“, sagt die Gewerkschaftsfunktionärin.

Mit dem Ergebnis, dass am Freitag die komplette Spätschicht, die von 12 bis 22 Uhr arbeiten sollte, vor den Toren stand. Probleme in den Krankenhäusern erwartet Lämmerhirt durch den Ausstand aber nicht – auch wenn Geis das weltweit größte medizinische Ersatzteillager betreibt.

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