Neu-Isenburg

Neu-Isenburg: Schon direkt im Bus den Ärger loswerden

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Per QR-Code-Aufkleber können Fahrgäste Missstände in den Neu-Isenburger Stadtbussen direkt melden. Diese Form der Qualitätsabfrage könnte beispielgebend sein.

Dieser Pilotversuch könnte im RMV-Gebiet beispielgebend sein: Im Kreis Offenbach können Fahrgäste der Neu-Isenburger Stadtbuslinien ihren Ärger über Verspätungen, unfreundliche Busfahrer, ausgefallene Monitore und vieles mehr jetzt direkt loswerden. Sie müssen nur einen QR-Code einlesen, der in den Bussen der Linien OF-51 und OF-53 aufgeklebt ist, und kommen dann direkt auf eine Qualitätsumfrageseite der Kreisverkehrsgesellschaft Offenbach (KVG).

„Es gab in letzter Zeit zunehmend Beschwerden über die Stadtbusse“, sagt Kirk Reineke, Geschäftsführer der Stadtwerke Neu-Isenburg, und nennt etwa mangelnde Sauberkeit, fehlende Ansagen, funktionsuntüchtige Absenkungen oder eine Ausfahrrampe, die mehrere Tage lang defekt war. Seit zehn Jahren fahre die BRH Viabus GmbH auf den beiden Stadtbuslinien, erklärt er. Die Busse seien genauso alt.

An der einen oder anderen Stelle scheine es Defizite zu geben, „und wir wollen nicht länger tatenlos zusehen“, so Reineke. „Ein gewisser Wildwuchs“ sei entstanden, Busfahrer seien beispielsweise an Haltestellen vorbeigefahren. Die Beschwerden der Fahrgäste über solche Ärgernisse seien allerdings meist „völlig undefiniert“. Heißt: Angaben zum Bus-Kennzeichen oder zur Uhrzeit fehlten oft. Zusammen mit der KVG überlegten die Stadtwerke deshalb, „wie wir den Kunden ein Ventil für ihren Ärger und uns zusätzlich ein Bild über den Sachstand verschaffen können“, so Reineke. An der Werbeagentur Forward Media aus Darmstadt lag es, die Idee des QR-Codes technisch umzusetzen. Der Fahrgast kann sein Anliegen auf der sich öffnenden Internetseite entweder direkt eintippen oder Fragen mit Ja und Nein beantworten. Auch Fotos können hochgeladen werden. Die Kritik geht per E-Mail an die KVG. Dort werden die Anregungen gesichtet, um zu entscheiden „ob Aktionsbedarf besteht“, so KVG-Sprecherin Britta Sorg.

Rund 4500 Euro Kosten entstanden für das Projekt, das möglicherweise auf weitere Buslinien ausgedehnt werden soll. „In zwei bis drei Monaten ziehen wir erst mal Bilanz, wie viele Fahrgäste sich gemeldet haben“, sagt Sorg.

Zum 1. Juli erfolgt jedenfalls ein Betreiberwechsel: Die Stadtwerke haben Becker Bus aus Langen beauftragt. Die Firma fahre mit neueren Bussen, so Reineke.

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