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So sieht ein lebender Tischkicker aus.

Neu-Isenburg

Mini-Ping-Pong und Fitness beim Boxclub

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Hauptsache „Runter vom Sofa“: In Neu-Isenburg präsentieren sich bei schwüler Hitze 27 Vereine aus dem Kreis Offenbach - auch so exotische Sportarten wie Hockey kann man ausprobieren.

Die Sehne bis kurz unters Kinn spannen, den Ellbogen so rausstrecken, dass Bogenarm und Zugarm eine Gerade bilden. Akdemir Dogan folgt den Anweisungen des Bogensport-Trainers der Schützengemeinschaft Neu-Isenburg. Obwohl er noch nie einen Bogen in der Hand hatte, treffen seine Pfeile die Scheibe auf Anhieb. Der 43 Jahre alte Dogan ist auf den Geschmack gekommen und möchte künftig beim Training der Schützengemeinschaft teilnehmen.

„Runter vom Sofa – raus aus dem Haus“ heißt der Aktionstag, den am Sonntag die Stadt Neu-Isenburg, Stadt und Kreis Offenbach und der Sportkreis Offenbach im Sportpark Neu-Isenburg gemeinsam ausrichteten. 27 Vereine präsentierten ihre Mitmachangebote. Die TSG Neu-Isenburg hatte einen Kleinkinderparcours aufgebaut, beim Boxclub Offenbach konnte Fitness trainiert und beim Ping-Pong-Club (PPC) Neu-Isenburg auf Mini-Tischtennisplatten von 90 Zentimetern Länge Spaß-Matches ausgetragen werden; wer wollte auch mit klitzekleinen Tischtennisschlägern. „Mit dem Sporttag möchten wir Breitensport für die Familie anbieten und dem Bewegungsmangel entgegentreten“, sagt Erster Stadtrat Stefan Schmitt. „Runter vom Sofa“ war vor vier Jahren zum 175-jährigen Bestehen des Kreises Offenbach ins Leben gerufen worden. Im nächsten Jahr soll die Veranstaltung erstmals im Offenbacher Sportzentrum Wiener Ring stattfinden, sagt Peter Dinkel vom Sportkreis Offenbach.

Trotz der schwülen Hitze tummeln sich Menschen um die Tischtennisplatten und schlagen fröhlich den Ball übers Netz. „Für uns ist das Angebot ein Service für Bürger und Stadt“, sagt Gottfried Strasser, Erster Vorsitzender des PPC. Ihm liegt viel daran, dass sich die Stadt sportlich präsentieren kann. Mitglieder gewinne der Verein durch den Aktionstag nicht. „Die wenigsten suchen einen Verein, es geht hier um Spaß und ein möglichst großes Angebot“, sagt er. Das nutzt auch der PPC-Jugendtrainer Björn Schlabitz und probiert schon mal Baseball oder Bogenschießen aus.

Der Offenbacher Ruderverein hat zwei Hockeytore auf den Rasen gestellt und animiert Kinder und Erwachsene dazu, mit einem Schläger den Ball ins Tor zu schlagen. Um Mitgliederwerbung geht es auch ihm nicht. „Wir möchten nur die Randsportart Hockey populärer machen“, sagt Erster Vorsitzender Gerhard Wander. Die meisten Menschen würden bei Hockey an Eishockey denken und wüsten nicht, dass Hockey eine erfolgreiche Mannschaftssportart sei.

Der Hessische Behinderten- und Rehabilitations-Sportverband (HBRS) hat einen Rollstuhl-Parcours aufgebaut. Außerdem können Besucher ausprobieren, wie es sich anfühlt, barfuß über Nudeln oder Tannenzapfen zu laufen. Organisation und Durchführung bilden für Katja Kühn von der TSG-Bürgel, Antje Neudert, Sozialpädagogin an der Heusenstammer Schule am Goldberg, und neun andere Personen die praktische Prüfung zur Übungsleiterin für Menschen mit geistiger Behinderung. „Wir sind hier, um zu zeigen, wie schwer es Rolli-Fahrer haben“, so Heinz Wagner, HBRS-Vizepräsident. Aber elf neue, motivierte Übungsleiter zu haben, freue ihn besonders.

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