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Aus Wasserkraft lässt sich klimaschonend Strom gewinnen. Die Stadt Neu-Isenburg deckt inzwischen 80 Prozent ihres Bedarfs aus erneuerbaren Quellen - und spart CO2.

Neu-Isenburg

Millionen Euro für bessere Luft

Der neue Energie- und Klimaschutzbericht der Stadt Neu-Isenburg kann sich sehen lassen - die Verschmutzung der Luft durch Kohlendioxid ist allein 2008 um fast 1500 Tonnen zurückgegangen. Der Großteil der Arbeit sei aber noch zu tun, sagt Erster Stadtrat Schmitt.

Von Achim Ritz

Die Stadt Neu-Isenburg investiert jährlich einige 100.000 Euro, um den Schadstoffausstoß der Heizanlagen kommunaler Gebäude wie etwa Kindertagesstätten oder Sporthallen zu reduzieren. Allein 2008 konnte dadurch die Verschmutzung der Luft durch Kohlendioxid um rund 1430 Tonnen verringert werden. Dieser Emissionsrückgang entspricht dem CO2-Ausstoß von 155 Einfamilienhäusern. Das geht aus dem jüngsten des alle zwei Jahre erarbeiteten Energie- und Klimaschutzberichts hervor, den Eberhard Röder, Geschäftsführer der Stadtwerke, gestern vorlegte.

Die Stadt hat nach Röders Darstellung rund 80 Prozent des Verbrauchs der elektrischen Energie auf Öko-Strom umgestellt. 100 Prozent seien nicht möglich, da die Kommune auch einige Gebäude vermietet habe und den Nutzern nicht vorschreiben könne, welchen Strom sie beziehen. Den Schadstoffausstoß verringern wollen die Stadtwerke unter anderem durch den sukzessiven Austausch der veralteten Quecksilberdampflampen. Sie sollen laut Röder durch Natriumlampen oder hier und da durch Halogenlampen ersetzt werden. Das EU-Parlament will der Quecksilberdampflampe ohnehin den Saft abdrehen, sprich 2015 die Kennzeichnung entziehen.

Für eine moderne LED-Beleuchtung in den rund 6000 Neu-Isenburger Straßenlaternen können sich die Stadtwerke derzeit noch nicht begeistern. Einige Versuche hätten schlechte Ergebnisse gebracht. Trotzdem will der lokale Energieversorger beim Thema LED am Ball bleiben und mit der TU Darmstadt kooperieren. Dort laufen Versuchsreihen.

Für die Modernisierung von Heizanlagen hat die Stadt 2008 genau 212?000 Euro ausgegeben. Investiert wurde etwa in die Freizeitvilla Wilhelmsplatz, die Wassererwärmung in der Sportanlage Gravenbruch und in die Heizung im dortigen Jugendzentrum. Neu sind ferner die Lüftungsregelung der Geschwister-Scholl-Schule und die Warmwasserzubereitung in der Hugenottenhalle. Dort kam auch eine 70 Quadratmeter große Solaranlage auf das Dach, die mittels Sonnenkraft Wasser erwärmt.

Auf der Agenda pro Klimaschutz stehen die energetische Modernisierung und der Umbau der Kindertagesstätte in der Kurt-Schumacher-Straße (drei Millionen Euro), die Grundsanierung des Rathauses in der Hugenottenallee (knapp elf Millionen Euro), die Erneuerung des Restaurants Hugenottenhalle, der Sporthalle Neuhöfer Straße und des Feuerwehrhauses Zeppelinheim.

Erster Stadtrat Stefan Schmitt (CDU) sagte gestern, dass bei der Verringerung der Kohlendioxidmenge noch ein Großteil der Arbeit vor der Stadt liege. Dieser Aufgabe stelle sich die Kommune nicht zuletzt, weil sie vor kurzem die Charta „Hessen aktiv: 100 Kommunen für den Klimaschutz“ unterzeichnet habe.

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