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Zahnbürsten in einer Kindertagesstätte.

Neu-Isenburg

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Blockunterricht, Kinderbetreuung und Vergütung: Die Stadt Neu-Isenburg will die Kindertagespflege attraktiver machen und legt dafür Anreize schaffen.

Die Stadt Neu-Isenburg möchte die Betreuung von Unter-Dreijährigen durch Tagespflegeeltern ausbauen, weil die Nachfrage steigt. Doch für Tageseltern ergeben sich in der Ausbildung und im Alltag Hürden und Probleme. Seit Jahren stagnieren laut Stadt die Platzzahlen in der Kindertagespflege im Kreis Offenbach. Auch in Neu-Isenburg, obwohl Tagespflegeeltern hier zwei Euro pro Kind und Stunde mehr erhalten, als der Landkreis Offenbach als Jugendhilfeträger zahlt.

Mit einem neuen Konzept will die Stadt die Tagespflege für potenzielle Interessenten attraktiver machen. Schließlich ist Tagespflege für die Kommune viel günstiger, als Plätze in Kitas zu schaffen. Zwei Hauptproblemen hat man in Neu-Isenburg ausgemacht: So seien die Räume, die Tageseltern in ihren privaten Wohnungen für die Betreuung der Kinder bereithalten, zu klein. Viele Tagespflegeeltern könnten nur zwei oder drei statt fünf Kindern aufnehmen, weil die Wohnung zu klein, eine größere zu teuer oder der Vermieter etwas dagegen hat. Deshalb will die Stadt Räume einrichten, wo Tageseltern Kinder betreuen können.

Unattraktiv sei auch die „relativ lange Ausbildungsdauer über neun Monate“, gepaart mit der fehlenden Ausbildungsvergütung, die neben dem Beruf, also in der Freizeit, abgeleistet werden muss. Deshalb soll es den Qualifizierungskurs in Zukunft auch in Blockform geben. Der nächste Kurs startet im April in Neu-Isenburg. Er dauert sechs Wochen und erstreckt sich nicht mehr über neun bis zwölf Monate. Die Kinder der Anwärter, meist Frauen, würden während des Kurses von Honorarkräften betreut und es soll eine Vergütung geben, wenn sie sich dazu verpflichten, anschließend als Kindertagespfleger zu arbeiten. Alternativ könne es auch eine Prämie für die bestandene Prüfung geben.

„Eine gesicherte Kinderbetreuung, der Qualifizierungskurs in Blockform und eine Vergütung der Ausbildung würden sowohl den Verdienstausfall kompensieren, als auch die Dauer der Ausbildung attraktiver gestalten“, ist man sich in der Stadt sicher. 

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