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Holger Feuerbach von der Ordnungspolizei führt die neuen, leichteren Geräte - Drucker plus Smartphone - vor.

Ordnungspolizei

Knöllchen per Smartphone

Künftig bekommen Parksünder ihre Strafzettel deutlich schneller. Die Ordnungspolizei übermittlet nun die Daten der Falschparker inklusive Foto vom Tatort per Handy direkt ans Ordnungsamt. Für die Ordnungshüter ist das eine Erleichterung.

Wenn in diesen Tagen ein Herr oder eine Dame in blauer Ordnungspolizei-Montur in der Näher Ihres Autos intensiv in sein Handy vertieft ist, ist das kein Grund zur Beruhigung mehr, wenn Sie im Parkverbot stehen – der Strafzettel ist vielleicht in diesem Moment schon auf dem Weg.
Denn die Stadt hat ihre sechs Ordnungspolizeibeamten und die beiden Mitarbeiter der privaten Sicherheitsfirma Securitas, die ebenfalls Strafzettel verteilen dürfen, mit neuer Technik ausgestattet.

Wurstelt also einer, der bedenklich nach Parkbüttel ausschaut, auf offener Straße mit seinem Handy herum, dann schreibt er nicht unbedingt eine Kurznachricht an die Freundin, sondern womöglich einen Falschparker auf. „Überwachung des ruhenden Verkehrs“ heißt das ganz unspektakulär im Behördendeutsch.

Große Erleichterung

Was dem Falschparker ein Ärgernis sein mag, ist für Holger Feuerbach und seine Kollegen von der Ordnungspolizei eine große Erleichterung, und das im wahrsten Sinne des Wortes. Denn in den vergangenen sieben Jahren hantierten sie mit einem Kasten, der immerhin rund anderthalb Pfund wog, fast schon Lexikonformat hatte und dazu noch ziemlich umständlich zu bedienen war. Doch auch hier schreitet die Technik voran und wird kleiner, nutzerfreundlicher und leistungsstärker. Gekostet hat die Umstellung erstaunlicherweise nichts – der Handy-Anbieter übernehme das im Rahmen eines Servicevertrags, sagt Erster Stadtrat Stefan Schmitt (CDU).

An Stelle der schwarzen Kästen, die jetzt ausgemustert wurden, nutzen die Ordnungspolizisten nun eine Smartphone-App, also ein kleines Computerprogramm, auf ihrem Diensthandy. Mit den handlichen Geräten können sie immer noch das klassische Knöllchen ausdrucken und dem Sünder an den Scheibenwischer klemmen. Darauf ist vermerkt, was dem Autofahrer vorgeworfen wird, wie viel das kostet, und warum er in den kommenden Tagen noch mit einer Anhörung rechnen muss.

Fotos vom Tatort

Der Strafzettel wird mit Fotos vom Tatort, die das Handy ebenfalls macht und gleich ins Ordnungsamt übertragen kann, dokumentiert. „Das ist sehr praktisch“, sagt Feuerbach. „Bisher war es oft so, dass die Leute schon anriefen, bevor wir die Daten abgeliefert hatten. Das Foto erscheint jetzt im Anhörungsbogen.“ „Es gab bisher unglaublich viele Einsprüche“, sagt Erster Stadtrat Schmitt. „Das hat mich, als ich das erste Mal die städtische Post durchgesehen habe, sehr beeindruckt.“ Diese Postberge werden, so hofft es Schmitt, nun deutlich kleiner werden. Bisher hat ein blauer Zettel die Parksünder darauf vorbereitet, dass eine Verwarnung eintrudeln könnte.

Wenn künftig gleich Beweisfotos mitgeschickt werden, dann wird der eine oder andere vielleicht doch eher Reue zeigen als Widerborstigkeit. Und einen kleinen Trost gibt es allemal: „Wenn sich ein Betroffener einsichtig zeigt, während wir ihn aufnehmen, dann können wir den Strafzettel auch noch stornieren“, sagt Feuerbach. Und auch Erster Stadtrat Schmitt sagt: „Uns ist es am liebsten, wenn sich alle Verkehrsteilnehmer an die Regeln halten.“

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