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Essensausgabe in Taschen durch die Tür, weil die Bedürftigen die Räume nicht mehr betreten dürfen.  

Neu-Isenburg

Ideenreiche Tafel-Helfer in Neu-Isenburg

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Weil in den Räumen der Speisekammer Neu-Isenburg der Sicherheitsabstand nicht gegeben ist, haben die Helfer am Freitag 42 Taschen mit Lebensmitteln an Bedürftige ausgegeben.

Die Neu-Isenburger Tafel, die dort Speisekammer heißt, hat einen Weg gefunden, Menschen mit geringem Einkommen mit Lebensmitteln zu versorgen: Am Freitag durften sie sich Taschen abholen, die die ehrenamtlichen Helfer für sie mit Nahrungsmitteln gepackt hatten.

„Wir haben innerhalb von zwei Stunden 42 Taschen an Bedürftige ausgegeben“, sagte Maria Sator-Marx, die Leiterin der Speisekammer, am Mittag. Die Taschen wurden verschieden bepackt: Es gab Varianten für Vegetarier, für Muslime und für Menschen, die Fleisch und Wurst essen. Darüber hinaus packten die Ehrenamtlichen – wie jede Woche – 16 Körbe, die eine städtische Mitarbeiterin älteren Menschen vor die Tür stellte.

In den Kellerräumen im Haus der katholischen Gemeinde St. Josef, wo sonst immer die Lebensmittelausgabe stattfand, wäre es zu eng gewesen, der Sicherheitsabstand konnte dort nicht gewahrt werden.

Die ehrenamtlichen Helfer schlossen die Räume deshalb ab und gaben die gepackten Lebensmittel aus einer Tür heraus an die Bedürftigen aus.

Kein Bedürftiger ging leer aus

Kein Bedürftiger ging leer aus. „Wir haben ganz gut eingeschätzt, wie viele kommen werden“, sagte Sator-Marx. Ein Teil der Kunden sei sogar schon vor den Helfern da gewesen. „Die sind anscheinend gut vernetzt.“ An Nahrungsmitteln habe es am Freitag noch nicht gemangelt, so die Leiterin der Speisekammer.

„Wir konnten in die Taschen Spenden aus der Gastronomie und aus Kitas packen, die ja schließen mussten“, sagte sie. „Viele Leute denken da Gott sei Dank mit.“

Ob es in der kommenden Woche wieder genauso ablaufen kann, ist laut Sator-Marx noch nicht sicher. „Wir wissen ja nicht, welche Bestimmungen dann gelten.“

Es gebe zwar noch Vorräte, aber es sei fraglich, ob die Helfer Ware in größerer Menge als in haushaltsüblichen Chargen dazu kaufen können.

„Aber wir werden Mittel und Wege finden, dass keiner Hunger leiden muss“, gibt sich Sator-Marx zuversichtlich. Zusammen mit der Stadtverwaltung werde man nach individuellen Lösungen suchen.

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