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Neubau der Gewobau in der Neu-Isenburger Jahnstraße. (Archiv, April 2010)

Neu-Isenburg

Heizkosten für alle Mieter sollen sinken

Bis zum Jahr 2017 will die Neu-Isenburger Gewobau alle ihre knapp 2500 Wohnungen saniert haben. Rund sieben Millionen Euro im Jahr investiert die Wohnungsbaugesellschaft für diese Umbauten.

Von Achim Ritz

Die Gemeinnützige Wohnungsbaugesellschaft Neu-Isenburg (Gewobau) hat sich zum Ziel gesetzt, in den nächsten sechs Jahren alle ihre Gebäude zu sanieren. Die rund 7000 Mieter sollen spätestens bis 2017 in keiner der knapp 2500 Wohnungen mehr als 160 Kilowattstunden pro Quadratmeter an Energie verbrauchen müssen. Aufgrund der sukzessiven Modernisierung der vergangenen Jahre liegen nach Darstellung des Gewobau-Geschäftsführers Stephan Burbach bereits heute 1248 Wohnungen unter diesem Wert von 160 Kilowattstunden. Durch die weitere Reduzierung des Verbrauchs und damit der Abgase der Heizanlagen leistet das Unternehmen, eine fast 100-prozentige Tochter der Kommune, nach Ansicht des Ersten Stadtrates Stefan Schmitt (CDU) einen großen Beitrag zur Verbesserung des Klimas.

Bei der Gewobau gibt es keinen Stillstand, kein Jahr in dem die Handwerker nicht irgendwo Bäder sanieren, Heizanlagen erneuern, Außenfassaden dämmen oder neue Fenster einbauen. Auf der Agenda standen nach Auskunft von Stephan Burbach im vergangenen Jahr 221 und in diesem Jahr 162 Wohnungen, die so saniert werden, dass sie anschließend in eine bessere Energieklasse aufsteigen.

Bevor die Handwerker in den älteren Häusern anrücken, lässt die Gewobau eine Thermografie des Gebäudes anfertigen. Mit Hilfe der Infrarot-Bilder, die am frühen Morgen und am besten im Winter bei drei Grad Außentemperatur gemacht werden, erkennen die Fachleute die Schwachstellen, sprich den Wärmeverlust der Außenwände.

Klimaschutz kostet Geld: Die Baugesellschaft investiert jedes Jahr rund sieben Millionen Euro, damit in den meist in den 50er und 60er Jahren errichteten Häusern moderne Wohnungen vermietet werden können.

Die Geschäftsentwicklung der Wohnungsbaugesellschaft bezeichnet deren Chef als erfolgreich. Der jüngste Jahresbericht von 2008 weist einen Überschuss in Höhe von 1,3 Millionen Euro aus. Auch wenn die zwischen 6,20 und 8,50 Euro pro Quadratmeter liegenden Mietpreise nach einer Sanierung leicht angehoben werden, seien die Wohnungen gut zu vermieten, sagt Stephan Burbach. Schließlich würden sich durch die Modernisierung und Dämmung der Häuser die Nebenkosten für die Mieter verringern.

Der Energiekennwert aller Wohnungen liege derzeit im Durchschnitt bei 157 Kilowattstunden pro Quadratmeter. In 146 Wohnungen geben die Mieter so gut wie nichts für die Heizenergie aus, denn sie leben in sogenannten Passivhäusern, in denen sich der Energiewert unter 99 Kilowattstunden bewegt. Das geht aus dem jetzt vorgelegten Energiebericht 2008 der Gewobau hervor. Zum ersten Mal hat die Baugesellschaft darin aufgelistet, auf welchem Niveau sich der Energieverbrauch in welchen Wohnungen bewegt. Jährliche Berichte sollen folgen, kündigt Geschäftsführer Burbach an.

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