FR-Altenhilfe

Freude über die erste Spende hält noch an

Lina M. gibt höchstens 50 Euro in der Woche aus und achtet darauf, dass sie immer etwas Geld zurücklegen kann.

Als Lina M. im vergangenen Jahr ihre erste Altenhilfe-Unterstützung bekommt, kann sie ihr Glück kaum fassen. Noch heute freut sich die mit Humor und Lebensfreude gesegnete Frau vernehmlich: „Toll, wenn ich mir davon ein Paar gute Schuhe oder einen Mantel leisten kann.“ Mit etwa 360 verfügbaren Euro im Monat lassen sich keine Sonderwünsche abseits der Alltagsbewältigung erfüllen.

Ihre Rente, so die 78-Jährige, betrage 473 Euro, die Miete für die 45 Quadratmeter große Anderthalbzimmerwohnung in einem Neu-Isenburger Seniorenwohnheim übernimmt das Amt komplett. „Pro Woche kalkuliere ich mit 50 Euro für alle benötigten Konsumgüter.“ Trotz der Einschränkungen bedauert sie nur, keine kostenpflichtigen Veranstaltungen mehr besuchen zu können. „Dafür reicht es nicht.“

Spenden Überweisungenerbitten wir an:

„Not gemeinsam lindern“ Alten- und Weihnachtshilfe der Frankfurter Rundschau e.V.

Frankfurter Sparkasse

IBAN: DE35500502010000923630

BIC: HELADEF1822 oder

Bank für Sozialwirtschaft

IBAN: DE27550205000008622800

BIC: BFSWDE33MNZ

Über die Websitefr-altenhilfe.de können Sie sich informieren, wie der Verein Menschen in Not  unterstützt. 

Lina M., die seit mehr als vier Jahrzehnten im Rhein-Main-Gebiet lebt, ist in Gelsenkirchen-Schalke zur Welt gekommen – aufgewachsen als „Nesthäkchen“ mit vier Geschwistern in einer „intakten Familie“. Bis heute ist ihr die damalige Ruhrgebietsszenerie eine „heile Welt der Kindheit“. Nach Abschluss der Volksschule wurde sie „zum Geldverdienen“ in den Haushalt einer Tante – „die bewirtschaftete zwei Tankstellen“ – geschickt. Mit 18 Jahren verließ sie das heimatliche Terrain, arbeitete die nächsten 20 Jahre als Bedienung in verschiedenen Hotels. Eine Episode, die in Traben-Trarbach an der Mosel startete und bis nach Berchtesgaden führte.

Die erste Tochter wird 1963 geboren. Lina M. lernt danach einen Musiker aus England kennen, verliebt sich, heiratet – und wird Mutter einer zweiten Tochter. Es ist jene Lebensphase, in der die tatkräftige Frau in die berufliche Selbstständigkeit wechselt und einen Imbiss durch zwei erfolgreiche Jahrzehnte steuert. In der „ungeheizten Holzbude“ – „einmal war die Mayonnaise überfroren“ – werden Speditionsfahrer und Handwerker verköstigt. Lina M.s Nierenspieße sind „berühmt bis Köln“. Mit der Euro-Umstellung und der aufkommenden Konkurrenz eines nahen Einkaufscenters geraten die Geschäfte in Schräglage: „Zuletzt habe ich noch zwei Lebensversicherungen reingesteckt.“

Obwohl das vormals bewohnte Dreizimmerrefugium gegen die kleine Sozialwohnung eingetauscht werden muss, erhält sich Lina M. ihre Zufriedenheit, freut sich an Spaziergängen, „den Bäumen vor dem Fenster“. Einsam sei sie überhaupt nicht, könne sich auf ihre guten Freunde verlassen. Bei einer Bekannten wird sie zu Weihnachten am Tisch sitzen – angekündigt ist „ein Gänschen“. Mit Nachrichtensendungen hält sie sich politisch auf dem Laufenden, ist besorgt über „eine Welt, die in Aufruhr ist“. „Ein Wahnsinn, wie sich Trump und Konsorten verhalten.“

Die für das kommende Jahr angekündigte Erhöhung der Strompreise erwähnt sie wie nebenbei – auch dass von Rente und Altenhilfe immer etwas zurückgelegt werde. „So bin ich im Ruhrgebiet halt aufgewachsen.“ Jemanden um Geld fragen? – „Niemals.“ Das Angebot der Tafel nimmt sie nicht in Anspruch: „Da gibt es andere Leute, denen es schlechter geht.“ 

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