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Fast wie im U-Bahnhof: Ul-International-Vice President Ingo Rübenach vor den neuen Cybersicherheitslaboren.

UL International in Neu-Isenburg

Experten sprechen über Cybersicherheit

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Zum ersten Cybersicherheits-Forum des Unternehmens UL International in Neu-Isenburg (Kreis Offenbach) beraten Teilnehmer aus mehreren europäischen Ländern das Thema Cybersicherheit.

Immer mehr Smartgeräte erobern die Wohnungen: Heizungen oder Licht lassen sich per App vom Smartphone aus bedienen, die unterschiedlichsten Geräte verknüpfen sich untereinander und tauschen Daten aus. Doch wer möchte schon, dass es durch technische Tricks oder durch Fehler bei der Programmierung möglich ist, von außen unbefugt auf das heimische System zuzugreifen? Dass Daten und Passwörter gestohlen werden?

Um dem vorzubeugen, hat das in Zeppelinheim ansässige Unternehmen UL International Germany zum ersten Cybersicherheits-Forum geladen. Von Dienstag bis Mittwoch diskutierten über 100 Teilnehmer aus Industrie und Verwaltung aus mehreren europäischen Ländern über Sicherheit beim Datenaustausch und in der „Industrie 4.0“.

„Wir wollen mit dem Forum verschiedene Experten zusammenbringen und unterschiedlichen Sichtweisen vermitteln“, sagt Ingo Rübenach, Vice President von UL International Germany. So wurden rechtliche Aspekte ebenso behandelt wie die Anforderungen von Industrie und Herstellern. Auch die Datenschutz-Anforderungen der Europäischen Union waren Thema des Forums. Zudem gelte es, Hersteller, Industrie und Anwender zu sensibilisieren für Fragen der Cybersicherheit. Anschaulich führte das Fraunhofer Institut etwa vor, wie durch ein Hackerangriff auf einen Produktionsprozess ein Unternehmens regelrecht lahm gelegt werden kann: Hacker änderten die Drehrichtung eines einzigen Rädchens einer Produktionsstraße, so dass die komplette Produktion durch das Abstellen des Stroms gestoppt werden musste.

Das Forum sei ein Erfolg, sagt Rübenach, eine Fortsetzung geplant. Für die Zukunft seien auch Themen wie eine einheitliche Kennzeichnung oder ein EU-weites Prüfsiegel ähnlich der Energieeffizienzplakette für Cybersicherheit wichtig. Momentan gebe es weltweit eine Art Flickenteppich, was die Prüfsiegel und Prüfkriterien anbelange.

Mit dem Cybersicherheitsforum hat UL gleichzeitig auch die Eröffnung ihres ersten Cyber-Secure-Labs in Europa gefeiert. Bisher gab es diese Prüf- und Zertifizierungslabore an anderen Standorten des weltweit tätigen Unternehmens, ab sofort wird von Zeppelinheim aus ganz Europa bedient. 20 Arbeitsplätze für IT-Spezialisten hat das Unternehmen damit neu geschaffen. Noch seien nicht alle Plätze besetzt, Bewerbungen seien noch möglich.

Mit dem neuen Cyber-Secure-Lab könne UL International noch mehr Industriekomponenten oder Produkte auf deren Cybersicherheit testen. Und der Markt wächst, schließlich sind immer mehr Maschinenteile, Anwendungen oder Produkte in der Lage, sich mit anderen Komponenten zu vernetzen. „Unsere Experten zeigen nach den Tests die Schwachstellen auf“, sagt Rübenach.

Damit folgt das Unternehmen der Idee ihres Gründers William Henry Merrill: Der war 1893 bei der Weltausstellung in Chicago dafür zuständig zu überprüfen, welche Gefahren von elektrischen Gerätschaften möglicherweise ausgehen könnten. Ob Kabel vor Überhitzung sicher sind, könne UL zwar auch testen, doch von Zeppelinheim aus werden nun eher die virtuellen Einfallstore gegen Kriminelle überprüft, damit etwa Passwörter sicher sind. Und so ziert das runde UL-Logo so manche Unterseite einer Computermaus oder eines Netzteils.

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