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Das Waldschwimmbad in Neu-Isenburg.

Bäder

Badbesuch kostet in Neu-Isenburg weiterhin Geld

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Kinder bis 14 Jahre erhalten in Neu-Isenburg vorerst keinen freien Eintritt. Das Parlament wird das Thema erst einmal in den Ausschüssen weiter beraten.

Kinder bis 14 Jahre müssen vorerst weiterhin an der Kasse des Neu-Isenburger Waldschwimmbads Eintritt zahlen. Einstimmig haben die Stadtverordneten einen Antrag der Linken, Jungen und Mädchen freien Eintritt ins Freibad und das angrenzende Hallenbad zu gewähren, zur weiteren Beratung in den Sozial- und in den Haupt- und Finanzausschuss überwiesen. Im Gespräch mit der FR erklärte Edgar Schultheiß (Linke), er rechne nicht damit, dass vor der Sommerpause noch eine Entscheidung fällt.

Deutschlandweit könnten fast 60 Prozent der zehnjährigen Kinder nicht richtig schwimmen, begründete Schultheiß den Antrag seiner Fraktion. Neu-Isenburg solle im Vergleich mit der Nachbarstadt Frankfurt, wo Schwimmen seit Februar kostenlos ist, nicht hintenan stehen. Schwimmen werde schließlich hauptsächlich im Familienverbund gelernt; viele könnten sich aber einen Besuch im Waldschwimmbad nicht leisten. Die Familienkarte koste immerhin elf Euro. Auch die Vergünstigungen für bestimmte Personengruppen würden dort nicht ausreichen.

Bürgermeister Herbert Hunkel sah das anders: Nicht der Familienverbund, sondern das Schulschwimmen sorge in Neu-Isenburg hauptsächlich für die Schwimmkompetenz. Im Vorjahr seien fast 15 000 Schulkinder im Waldschwimmbad schwimmen gegangen, sowie 13 000 Vereinsmitglieder. Außerdem hätten mehr als 3500 Badegäste an Schwimmkursen teilgenommen. Vier Euro Eintritt für Erwachsene und zwei Euro für Kinder sei nicht zu viel, genauso wie elf Euro für die Familienkarte für zwei Erwachsene und zwei oder drei Kinder. In allen Altersgruppen sei das Schwimmen somit günstiger als in den meisten anderen Kommunen.

„Wir sollten Zahlen aus Frankfurt anfordern“, meinte Maria Sator-Marx (Grüne). Geschätzte 85 000 Euro Mindereinnahmen bei freiem Eintritt seien kein Pappenstiel. Die Voraussetzungen seien in Neu-Isenburg ganz anders als in Frankfurt, sagte Susanne Schmidt (CDU), denn die Frankfurter hätten weniger Schwimmbadzeiten für die Schulen reserviert. Außerdem müsse man den Sicherheitsaspekt beachten: Mehr Besucher würden auch erhöhten Personalaufwand bedeuten.

Parkplätze am Waldschwimmbad seien schon heute Mangelware, sagte Thilo Seipel (FDP), weil das Bad saniert und „konkurrenzlos günstig“ sei. „Wer eine öffentliche Einrichtung nutzt, muss auch an den Kosten beteiligt werden“, forderte er. Man müsse schon Ausweiskontrollen einführen, wenn man sicherstellen wolle, dass nur Neu-Isenburger Kinder freien Eintritt erhalten. Damit öffne man die Büchse der Pandora.

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