Neu-Isenburg

Noch kein Covid-19-Fall in ambulanter Pflege

  • Annette Schlegl
    vonAnnette Schlegl
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Neu-Isenburger Pflegedienste berichten von neuen Herausforderungen, die sie seit dem Ausbruch der Pandemie meistern müssen. Trotzdem gibt es noch keinen Covid-19-Fall.

Die Verantwortung der ambulanten Pflegedienste für ältere und kranke Menschen ist im Zuge der Corona-Pandemie in den vergangenen Monaten noch größer geworden. Bei einer Pressekonferenz in Neu-Isenburg machten die Pflegedienstleiter von fünf Institutionen klar, dass es für sie ein Spagat sei, die Risikogruppen besonders zu schützen und gleichzeitig dafür zu sorgen, dass diese Menschen daheim nicht vereinsamten. Bisher ist das – zumindest in Neu-Isenburg – gut gelungen: Weder beim Pflegedienstpersonal noch bei den Pflegebedürftigen ist ein Covid-19-Fall aufgetreten.

„Unsere Kunden sind näher an unsere Mitarbeiter herangerückt“, sagte Silke Tremel, geschäftsführende Gesellschafterin der Seniorenbetreuung Home Instead. Es gebe mehr Sehnsucht nach Ansprache und nach Kontakten. Aber auch im Team sowie unter den Pflegediensten sei man enger zusammengerückt. „Es ist uns klar geworden, dass wir keine Konkurrenten sind, sondern untereinander zusammenarbeiten müssen“, sagte Markus Munari von der Pflegedienstleistungs-GmbH Liberté. „Die handelnden Personen haben sich vernetzt.“

Das war vor allem im Frühjahr auch bitter nötig, um angesichts knapper Resourcen Desinfektionsmittel, Schutzkleidung, Einmalhandschuhe und Mund-Nasen-Schutz für die Pflegedienstmitarbeiter selbst und für ihre Patienten zu beschaffen.

88 Prozent der Pflegebedürftigen sind laut Jozef Varga, Inhaber von Inter Mediate Core Varga, bettlägerig oder ans Haus gebunden, zwölf Prozent „gehen noch raus“. „In der Alltagsbegleitung haben wir den Patienten gezeigt, wie man Masken anlegt und damit umgeht“, sagte Simone Müller vom Pflegedienst Avalon. Trotzdem bleiben seit Ausbruch der Pandemie mehr Einkäufe am Pflegepersonal hängen, weil sich viele Senioren nicht in die Supermärkte trauen. „Wir übernehmen neben den medizinischen Leistungen mehr hauswirtschaftliche Leistungen“, so Varga.

In Pandemiezeiten gehören neben der täglichen Pflege auch die Abfrage des täglichen Gesundheitszustands und die Temperaturmessung zu den Aufgaben der Pflegedienste. Und eine gewisse Gelassenheit. „Wenn das Team ruhig bleibt und diese Ruhe transportiert, haben wir vielleicht auch das Glück, dass der Patient ruhig bleibt“, so Müller.

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