Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Fastnacht

na

Wenn ein Teil der Senatsdamen in diesem Jahr beim Neu-Isenburger Lumpenmontagsumzug zu Fuß gehen muss, dann gibt es einen „Schuldigen“: den TÜV. Er hat den

Von Annette Schlegl und Christoph Manus

Wenn ein Teil der Senatsdamen in diesem Jahr beim Neu-Isenburger Lumpenmontagsumzug zu Fuß gehen muss, dann gibt es einen „Schuldigen“: den TÜV. Er hat den Pferdeanhänger mit Handkurbel aus dem Verkehr gezogen, auf dem sie sonst immer Platz nahmen. Die Prüforganisation ist auch verantwortlich dafür, dass der Zug diesmal kleiner ausfällt: 62 Zugnummern statt wie im Vorjahr 76. Auch in den anderen Faschingshochburgen des Kreises haben es die Narren in diesem Jahr schwer. Allein auf 9000 Euro summieren sich die Reparaturkosten für den Förderverein für Brauchtumspflege des Isenburger Karnevals. Gelder, die über die „normalen“ Zugkosten von 25 000 Euro hinaus investiert werden mussten, damit der TÜV insgesamt elf Fahrzeugen und Anhängern eine vorübergehende Betriebserlaubnis erteilt. „Die Anhänger müssen eigenständig bremsen können, die Brüstungshöhe und die seitliche Verkleidung wurden überprüft“, erklärt Zugleiter Günter Schleifer. Relativ komplizierte Schweißarbeiten waren notwendig, um die Brüstung von 90 auf 100 Zentimeter zu erhöhen und die seitlichen Verkleidungen zu verlängern, so dass sie nur noch 25 Zentimeter Spiel zum Boden haben. 1500 Euro für eine zu ersetzende ausgeschlagene Vorderachse eines Traktors und 1200 Euro für vier neue Anhänger-Reifen abgerechnet, bleiben allein 6300 Euro an Mehrausgaben zur Behebung von „Fahrzeugmängeln“. Dazu kommen noch die TÜV-Gebühren, die Schleifer auf rund 3000 Euro schätzt. „Wir haben jetzt erst mal mehr Geld in die Hand genommen und versuchen, die Mehrkosten über Spenden oder über die Stadt reinzubringen“, sagt Schleifer. Eigentlich gilt die „Richtlinie für den Einsatz von Fahrzeugen bei Brauchtumsveranstaltungen“ schon seit dem Jahr 2000. Dort ist nachzulesen, dass zur Sicherheit der Zugteilnehmer und der Zuschauer eine weitergehende Prüfung der Fahrzeuge notwendig ist. Nur interessiert hat’s bisher kaum einen. „Nur vier bis fünf Prozent der Karnevalsgemeinden haben sich daran gehalten“, sagt Schleifer. Nachdem sich einige Unfälle ereignet haben, sah man nun genauer hin. Immer weniger Aktive Andere Probleme plagen den Sprendlinger Faschingsumzug: Es gibt von Jahr zu Jahr weniger Anmeldungen. „Wenn es so weiter geht, wird es in Zukunft wahrscheinlich keinen Umzug mehr geben“, sagt Angelina Laudert, Pressesprecherin des 1. Sprendlinger Karnevalsvereins. Bis Montag hatten sich gerade mal 15 Vereine gemeldet, die beim Faschingsdienstagsumzug mitmachen wollen. Im Vorjahr zählte man noch 20 Vereine. „Früher waren mehrere Straßen gesperrt, damit sich die Teilnehmer aufstellen konnten“, sagt Laudert. „Jetzt reicht ein kleines Gässchen.“ Die Gründe sind vielfältig: die Kosten für das Herrichten der Wagen und das Wurfmaterial, aber auch immer weniger Helfer und Organisatoren in den Vereinen. Auch die Arbeitgeber bekommen von Laudert den Schwarzen Peter zugeschoben: Viele Arbeitnehmer erhalten am Faschingsdienstag keinen Urlaub mehr. Die Sprendlinger sind diesmal noch verschont geblieben vom TÜV. „Das hat mit der Umzugsgröße zu tun“, sagt Laudert. Im kommenden Jahr trifft der TÜV aber auch sie. Die Rodgauer Narren sind noch mit einem blauen Auge davon gekommen. Der Elferrat wird am Fastnachtsdienstag nicht zu Fuß durch Jügesheim ziehen müssen. Einige Wagen mussten zwar noch etwas nachgerüstet werden, etwa weil die Brüstung nicht hoch genug war. Auf dem Hof stehen bleiben wird offenbar aber keines der zum größten Teil jahrzehntelangen Fahrzeuge. Für 2015 rechnet Zugorganisatorin Melanie Meyer-Marbach aber mit massiven Problemen. Viele Gruppen müssten sehr große Investitionen vornehmen, um die Sicherheitsauflagen zu erfüllen. Und das sei nicht nur ein finanzielles Problem. Für die Wagen gebe es teilweise etwa keine passenden Räder mehr.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare