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Der Abfall wird in Schächte geworfen und landet so in unterirdischen Containern.

Langen

Müll verschwindet in Langen unter der Erde

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Die Kommunalen Betriebe Langen wollen Abfall-Unterflursysteme einführen, die für die Bürger bedeutende Vorteile haben.

Die Zukunft der Abfallentsorgung liegt in Langen unter der Erde. Die Kommunalen Betriebe Langen (KBL) wollen künftig Systeme installieren, die oberirdische Einwurfschächte haben und den Müll unterirdisch sammeln. Da dafür die Abfallsatzung geändert werden muss, hat die KBL-Betriebskommission eine Vorlage erarbeitet, die die Stadtverordneten am 5. Dezember beschließen sollen.

Das System ist platzsparend und innovativ: Oberirdisch sind 50 bis 100 Zentimeter hohe Säulen mit einer Klappe zu sehen, die auf Wunsch mit einem Schloss versehen werden können. Nutzer erhalten dann einen passenden Schlüssel oder Chip, um ihren Haus-, Bio-, Wertstoff- oder Papierabfall einzuwerfen – und zwar getrennt je Einwurfsschacht. Der Müll gelangt dann in große Behälter unter der Erde, die mit Füllstandssensoren ausgerüstet sind. Der Füllstand ist per Internet abrufbar, das Müllauto kann bei Bedarf zur Leerung losgeschickt werden. Die KBL könnten also auf einen festen Abfuhrrhythmus verzichten. Zum Herausheben der metallenen Behälter wird ein spezielles Kranfahrzeug benötigt, das laut KBL-Chef Manfred Pusdrowski rund 200 000 Euro kostet. „Das mieten wir erst einmal nur an oder beauftragen einen Unternehmer.“

Die Vorteile
Die Unterflursysteme sparen Platz. Der Abfall kann nicht brennen. Unter der Erde ist es kühler, die Geruchsbelästigung ist damit kleiner. Tiere werden nicht angelockt. Überquellende Müllcontainer werden vermieden. Der Müllwagen kommt nur dann, wenn die Behälter voll sind. Der Hausmeister muss die Müllcontainer nicht mehr bereitstellen. (ann)

Die Anregung, solche Unterflurbehälter zu installieren, kam von der Baugenossenschaft Langen, die mehr als 1800 Wohnungen im Bestand hat. Sie sieht das neue Müllsystem für das Hochhaus an der Feldbergstraße 35 vor, in dem rund 250 Personen wohnen. „Derzeit stehen auf dem Müllplatz vor dem Haus bis zu 25 Container mit 1,1 Kubikmeter Fassungsvermögen“, sagt Matthias Weber, Prokurist der Baugenossenschaft. Trotzdem seien die Tonnen oft voll, Müll falle daneben oder werde daneben abgestellt. Um dieses Gebäude herum werde für Pflasterarbeiten gerade gegraben, sagt Pusdrowski. Somit sei es ein Leichtes, Gruben für die Betonwannen auszuheben, in die dann die Containereinsätze eingelassen werden.

Auch im Nordend will die Baugenossenschaft das Müllsystem verwirklichen. Dort entstehen in zwei Bauabschnitten die Anna-Sofien-Höfe, insgesamt neun Häuser mit 162 Wohnungen. Pusdrowski hofft, dass das unterirdische Müllsammeln für das riesige Baugebiet Liebigstraße ebenfalls eine Lösung sein wird.

Die Unterflursysteme würden gebührenmäßig genauso abgerechnet wie die „normalen“ Müllgefäße dieser Größe, so Pusdrowski. Ein Vier-Kubikmeter-Behälter kostet bei 14-tägiger Leerung 6094 Euro pro Jahr, für fünf Kubikmeter fallen jährlich 7618 Euro Leistungsgebühr an.

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