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Mobile Jugendhilfe bleibt bei TSG

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Von: Sigrid Aldehoff

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Jugendbüro in Neu Isenburg
Jugendbüro in Neu Isenburg © rolf oeser

Prävention mit Boxen und Kampfsport: Die Mobile Jugendhilfe Neu-Isenburg kann einige Erfolge vorweisen. Doch es fehlen Räume. Das Stadtparlament sucht dringend nach einer Lösung.

Die Zukunft der Mobilen Jugendhilfe wurde am Mittwochabend im Stadtparlament diskutiert. Das Präventionsprojekt steht unter der Trägerschaft des Sportvereins TSG Neu-Isenburg und ist im ehemaligen Kinderhaus in der Friedrichstraße untergebracht. Hier trainieren die Kinder und Jugendlichen auch Kampf- und Boxsport. Das Projekt braucht jedoch mehr Platz.

Im Parlament ging es um die Platznot und die vom Magistrat beantragte Fortführung des Projekts unter der Trägerschaft der TSG. Es soll geprüft werden, ob mittelfristig Räume im benachbarten ehemaligen Trafohaus der Stadtwerke an der Ecke Friedrichstraße/Hugenottenallee genutzt werden können.

Gute Erfolge

Die Erfolge der Einrichtung, in der sich Streetworker um auffällige Jugendliche kümmern, können sich sehen lassen. Nach Mitteilung des Polizeipräsidiums Südosthessen gab es nach Einführung des Projektes bei ermittelten jugendlichen Tatverdächtigen einen Rückgang um 30 Prozent, bei tatverdächtigen Kindern wurde seit 2009 sogar ein Rückgang um 70 Prozent verzeichnet.

„Wir sehen keinen Anlass, den Träger zu wechseln, es läuft gut bei der TSG“, sagte Patrick Föhl für die CDU im Stadtparlament. Erschrocken sei er aber über die Kostenschätzung für den Umbau des Trafogebäudes: 600 000 Euro werden als reine Baukosten in der Magistratsvorlage angegeben.

Bereits im Haupt- und Finanzausschuss hatten die Fraktionen das Thema diskutiert und sich auf einen gemeinsamen Änderungsantrag geeinigt. Danach soll der Magistrat auch die Kosten für einen Neubau ermitteln. Außerdem sollen Alternativstandorte vorgeschlagen werden und es wird eine gemeinsame Begehung des Gesamtkomplexes angeregt.

Christian Beck (SPD) brachte den Vorschlag ein, Räume anzumieten. Diese könnte die Stadt schneller wieder abwickeln, wenn sie nicht mehr gebraucht würden. Einen Neubau favorisierte Maria Sator-Marx, Fraktionssprecherin der Grünen. Damit habe die Stadt mehr Möglichkeiten „und da muss auch nicht immer die Mobile Jugendhilfe drinbleiben“. Dort könnten auch „Angebote für nicht auffällige Jugendliche gemacht werden“. In Sachen Trägerschaft waren die Fraktionen von FDP, SPD und Grünen skeptisch: „Zurzeit läuft es sehr gut, wir sind aber der Meinung, dass die Trägerschaft besser bei der Stadt liegen sollte“, sagte Helga Gräber (FDP), für einen Verein sei das Projekt eine sehr große Verantwortung.

Auch Christian Beck plädierte für eine städtische Trägerschaft. Das Engagement der TSG sei sehr löblich, sagte Maria Sator-Marx, doch könne diese Konstruktion nur vorübergehend sein. Die von der Polizei vorgelegten Erfolgszahlen sollten aber nicht in Frage gestellt werden, die Streetworker der Mobilen Jugendhilfe würden eine gut gemachte Krisenintervention betreiben.

Über die Vorlage wurde getrennt abgestimmt: Die Fortführung der TSG-Trägerschaft wurde bei elf Gegenstimmen und vier Enthaltungen mit 29 Stimmen angenommen, einstimmig wurde der Beschluss gefasst, Lösungen für die Raumprobleme zu prüfen.

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