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Das Handwerk soll und will weiter ausbilden.
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Das Handwerk soll und will weiter ausbilden.

Kreishandwerkerschaft

Meisterbrief soll bleiben

  • Sigrid Aldehoff
    VonSigrid Aldehoff
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Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir kommt zum Empfang der Kreishandwerkerschaft Stadt und Kreis Offenbach. Der Offenbacher Grünen-Politiker verspricht in Zukunft bei vermurksten Gesetzen nicht mehr von "handwerklichen Fehlern zu sprechen.

Den Erhalt und die Weiterentwicklung der dualen Ausbildung als Garant für die Zukunftsfähigkeit des Handwerks forderten die Gastredner gestern beim 17. Handwerkerfrühstück bei der Kreishandwerkschaft für Stadt und Kreis Offenbach in Waldheim. Dieses jährliche Treffen von Politik, Wirtschaft und Handwerk dient nicht nur der Kontaktpflege, sondern auch der Bestandsaufnahme der Situation der Innungen.

Der Offenbacher Grünen-Politiker Tarek Al-Wazir kam erstmals in seiner neuen Eigenschaft als Hessens Wirtschaftsminister. "Ich sehe meine Aufgabe als Minister darin, die Rahmenbedingungen für das Handwerk so zu gestalten, dass es zukunftsfähig ist," sagte er und versprach, künftig "bei vermurksten Gesetzen nicht mehr von handwerklichen Fehlern zu reden und diese Formulierung aus meinem Sprachgebrauch zu streichen". Er sprach sich auch für eine "vernünftige steuerliche Absetzbarkeit" von Aufträgen an das Handwerk zur Steigerung der Energieeffizienz aus. Auch diese sei ein Standbein der Energiewende.

Das Handwerk wird weiblicher

Er unterstützte die Forderung, den Meisterbrief für Handwerksberufe zu erhalten. Das beste Argument dafür sei die Ausbildung in den Betrieben. Er ermutigte die Unternehmen, angesichts des drohenden Fachkräftemangels auch Bewerbern eine Chance zu geben, "die Sie vor fünf Jahren vielleicht noch nicht einmal eingeladen hätten".

Eine andere Entwicklung sieht der Wirtschaftsminister bei den rund 10 000 Betrieben, die in den nächsten Jahren zur Übergabe anstehen. "Oft springen die Töchter ein, das Handwerk wird weiblicher."

Auch Christof Riess, Hauptgeschäftsführer der Handwerks-kammer Frankfurt-Rhein-Main, sagte in seinem Grußwort, dass die handwerkliche duale Ausbildung maßgeblich zum Konjunkturaufschwung beitrage und sprach sich gegen eine weitere Liberalisierung der regulierten Berufe aus. "Ohne Meisterbrief würde das duale Ausbildungssystem nicht funktionieren", sagte er.

Kreishandwerksmeister Wolfgang Kramwinkel betonte, das deutsche duale Ausbildungssystem, welches qualifiziert und praxisnah sei, könne ein Maßstab für Europa sein. Es dürfe "nicht unterlaufen, ausgehöhlt oder geschwächt werden".

Gebraucht würden auch "arbeits- und ausbildungswillige junge Menschen aus dem europäischen Ausland, um den Fachkräftemangel entgegenzuwirken". Das Pilotprojekt der Handwerkskammer Frankfurt-Rhein-Main, in Kooperation mit der Landesregierung, Jugendliche aus der Region um Madrid zur Ausbildung nach Deutschland zu holen, sei erfolgreich, erzählte er. Das Handwerk müsse trotz großer Schwierigkeiten weiter geeignete Auszubildende finden. "Wer nicht ausbildet, stirbt aus."

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