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Mehr Verkehr für Urberach

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Von: Christoph Manus

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Die neue Offenthaler Ortsumfahrung belastet den Rödermärker Stadtteil mit mehr Verkehr. Bürgermeister Roland Kern (Andere Liste) kündigt an, dass die Stadt die Auswirkungen der Trasse genau beobachten und möglicherweise Konsequenzen ziehen wird.

Den Offenthalern kann es gar nicht schnell genug gehen. Sobald die ersten Autos auf der seit Jahrzehnten erhofften Ortsumgehung fahren und nicht mehr den Stadtteil verstopfen, werden bei einigen die Sektkorken knallen. Schon im Oktober soll es soweit sein.

Nicht mitfeiern werden die Anwohner der Ortsdurchfahrt von Urberach. Auch sie werden zwar künftig schneller auf der A 661 oder der A 5 sein. Doch auf der Traminer Straße und der Konrad-Adenauer-Straße wird der Verkehr den Prognosen nach nicht abnehmen wie in Offenthal, sondern sogar zunehmen. 7400 Autos und Laster rollen auf dieser Strecke bereits täglich durch den Stadtteil.

Künftig sollen es der Verkehrsuntersuchung nach noch 900 mehr sein. Und das gerade wegen der Ortsumfahrung für Offenthal. Sie macht den Weg durch Urberach für Autofahrer aus dem Kreis Darmstadt-Dieburg attraktiver. Jetzt schon beschert ihr Bau den Urberachern mehr Verkehr. Für die Arbeiten wird die Landstraße zwischen Offenthal und Messel vom Montag an für vier Wochen gesperrt. Der Verkehr wird durch Rödermark geleitet.

„Man kann gespannt sein“, sagt der Rödermärker Bürgermeister Roland Kern (Andere Liste). Der Fertigstellung der neuen Straße sieht er bestenfalls mit gemischten Gefühlen entgegen. Er spricht von einer Entlastung zu Lasten Rödermarks. Die Stadt werde die Auswirkungen der Ortsumfahrung genau beobachten und möglicherweise Konsequenzen ziehen, kündigte er gestern an.

Ortsmitte sicherer machen

Viele Jahre hatte die Stadt Rödermark auf den Ausbau der so genannten K-L-Trasse gehofft. Wäre die Strecke, die von der Bundesstraße 45 bei Eppertshausen über Messel nach Offenthal führt, attraktiver, würden weniger Autofahrer sich durch Urberach quälen. Doch die Pläne scheiterten immer wieder, zuletzt unter anderem am Widerstand der Gemeinde Messel. Wenn Kern sagt, das Vorhaben liege auf Eis, könnte das noch optimistisch formuliert sein. Auch die Klage der Stadt gegen den Planfeststellungsbeschluss für die Straße hatte keinen Erfolg.

Schon vergangenes Jahr haben die Stadtverordneten daher klargemacht, dass zunächst nur eine Lösung innerhalb der Stadtgrenzen in Frage kommt. Ziel ist, die Ortsmitte sicherer, aber auch attraktiver für Fußgänger und Radfahrer zu machen. Dass sie damit zugleich für den werktäglichen Pendlerverkehr unattraktiver wird, nehmen die Rödermärker allzu gern in Kauf. Dazu könnte der Bereich zwischen dem Dalles und dem Häfnerplatz eine Oberfläche erhalten, die den Verkehrsfluss bremst und ein Fahrradstreifen markiert werden, so dass den Autofahrern weniger Platz zur Verfügung steht. Auch Kreisel an beiden Ortseingängen werden geprüft.

Doch für all diese Änderungen wäre die Stadt darauf angewiesen, dass der Bund mitspielt. Weil es sich bei der Ortsdurchfahrt um eine Bundesstraße handelt, ist ihr eigener Handlungsspielraum sehr begrenzt. Was auf dieser überhaupt baulich möglich wäre, wird die Stadt nach Angaben Kerns Ende des Monats bei einem Treffen mit Vertretern der Straßenverkehrsbehörde Hessen Mobil erörtern.

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