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Maintal erweitert Gewerbegebiet

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Die Stadt will die gute Lage und die Nähe zu Frankfurt noch besser nutzen.

Maintal ist besonders wegen seiner Nähe zu Frankfurt und der guten Anbindung, etwa an die A66, ein gefragter Standort für Unternehmen. Hier ist zum Beispiel die auf Verbindungstechnik spezialisierte, weltweit aktive Norma Group zu Hause, die Umsätze in Milliardenhöhe erzielt. In jüngster Zeit flossen jährlich durchschnittlich 19 Millionen Euro Gewerbesteuer in die Kasse der 40 000-Einwohner-Stadt.

In den vergangenen Jahren musste Maintal aber auch mittelständische Firmen, die erweitern wollten, ziehen lassen und konnte Ansiedlungswilligen keine Fläche anbieten. Das Problem: In den Gewerbegebieten Ost (Dörnigheim), West (Bischofsheim) und Mitte (Hochstadt) ist schlicht so gut wie kein Platz mehr. Das soll sich nun ändern, denn Maintal will das Gewerbegebiet West in Richtung Frankfurt-Fechenheim deutlich erweitern, um 14 Hektar. Eigentlich wollten Frankfurt und Maintal der Großmetzgerei Brandenburg gemeinsam ein großes Grundstück für deren neue Zentrale bereitstellen, doch das Unternehmen entschied sich für das Fliegerhorst-Areal in Erlensee.

Jetzt entwickelt zunächst Maintal den Teil des Gebietes auf seiner Gemarkung. Bis 2022 sind dafür im Haushalt 10,5 Millionen Euro vorgesehen. Die Erschließung soll noch 2019 stattfinden, 2020 sollen die Unternehmen anfangen können zu bauen. „Die Nachfrage nach weiteren Flächen ist groß, und wir wollen unsere gute Lage noch stärker nutzen“, sagt Bürgermeisterin Monika Böttcher (parteilos), die dabei auch daran denkt, dass sich die Verkehrsanbindung durch die geplante Nordmainische S-Bahn und den Riederwaldtunnel verbessern könnte.

Nach Angaben von Wirtschaftsförderin Anke Prätzas liegen derzeit rund 50 Anfragen von Unternehmen für Gewerbeflächen vor. Logistik schließt der vom Stadtparlament beschlossene Bebauungsplan aus, wegen der damit einhergehenden Umwelt- und Verkehrsbelastung. Ansonsten sei die Stadt offen für verschiedene Formen von Gewerbe. Konflikte drohten nicht, Einwände gegen den B-Plan seien nicht erhoben worden.

Bevor sich westlich von Bischofsheim Firmen ansiedeln können, sind dennoch ein paar Hürden zu nehmen. Ein Teil des Areals auf Maintaler Gebiet – die ehemalige Stadtgärtnerei – gehört der Stadt Frankfurt. Laut Prätzas laufen Gespräche darüber, wie und zu welchem Preis Maintal an die Grundstücke kommen könnte, etwa durch einen Verkauf oder Erbpacht. Weitere Angaben könne sie noch nicht machen.

Wenn Frankfurt, das mit der Planung nicht so weit ist, seinen Teil des Gebietes entwickelt hat, könnte das gesamte Areal von beiden Städten zusammen vermarktet werden, so Bürgermeisterin Böttcher.

Bei der Vermarktung helfen soll das Glasfasernetz, das die Gruppe „Deutsche Glasfaser“ in allen Maintaler Gewerbegebieten schafft. Ende Juli soll die Technik, die nach den Worten von Prätzas ein entscheidender Standortfaktor ist, dort überall zur Verfügung stehen. Bislang können die Firmen in den Gebieten auf Geschwindigkeiten von 100 bis 150 Megabit pro Sekunde zurückgreifen. Künftig sollen es beim Up- und Download mindestens 250 Megabit und bis zu 10 Gigabit pro Sekunde sein. Für den Ausbau zahle die Stadt nichts, sagt Böttcher, die Firma aus Borken investiere, weil Maintal für sie ein attraktiver Standort sei. Auf Anfrage teilt die „Deutsche Glasfaser“ mit, dass bislang 20 Maintaler Unternehmen das Netz nutzen werden, die Nachfrage während der Bauzeit aber immer deutlich steige. Der Ausbau erfolge in jedem Fall.

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