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GHD-Vorsitzender Gerhard Lederer.

Rodgau

Hoffen auf stärkere Kooperation

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Gewerbevereine stehen zu Vorschlägen des neuen Wirtschaftsförderers

Der Einzelhandel in Rodgau müsse räumlich am besten auf Jügesheim konzentriert werden, sonst sei er nicht überlebensfähig. Dies hatte der städtische Wirtschaftsförderer Bernhard Schanze bei einer Veranstaltung mit Gewerbetreibenden gesagt. Die Rodgauer müssten wieder mehr Geld in der eigenen Stadt ausgeben; werde der Kaufkraftabfluss nicht gestoppt, habe auch der Einzelhandel keine Zukunft mehr, hatte Schanze gewarnt.

„Bei uns rennt er offene Türen ein, das ist genau der richtige Weg“, sagt dazu Gerhard Lederer, Vorsitzender des Vereins Rodgau GHD (Gewerbe, Handel, Dienstleistung). „Das haben wir auch schon so gesagt, aber dass ein Externer das genauso sieht, freut uns natürlich.“ Lederer hofft jetzt auf einen gemeinsamen Aufbruch: „80 Unternehmen waren anwesend, so viele sind schon lange nicht mehr dem Ruf des Wirtschaftsförderers gefolgt.“ Die Unternehmen müssten noch stärker zusammenarbeiten.

Die Aussage Schanzes, verkaufsoffene Sonntage seien nur in Jügesheim und am Nieder-Rodener Puiseauxplatz sinnvoll, relativiert er: „Beim Tag des offenen Unternehmens im Juni vergangenen Jahres hatten Unternehmen aus allen Stadtteilen mitgemacht.“ Dank eines gut angenommenen Shuttlebusses von Nieder-Roden bis Weißkirchen seien alle Ortsteile eingebunden worden.

Michael Hügel vom Gewerbeverein Weiskirchen Hainhausen reagiert auch positiv auf die Ausführungen Schanzes: „Endlich bewegt sich was in Rodgau, bisher lief die Wirtschaftsförderung so nebenbei.“ Die Stadt sei aufgrund ihrer besonderen Struktur kein einfaches Pflaster. Jügesheim werde weiter zum Mittelzentrum wachsen, gibt er Schanze Recht, das könne man nicht wegdiskutieren.

Für das Gewerbe in Weißkirchen und Hainhausen sehe er deshalb aber nicht schwarz. „Ein gutes Angebot mit gutem Ambiente wird immer angenommen.“

Auch Stefan Manus war angetan von Schanzes Aussagen: „Es ist gut, dass uns jetzt jemand zuhört. Seine Ausführungen waren stimmig mit unseren Anforderungen.“ Manus war 20 Jahre lang Vorsitzender des Gewerbevereins Nieder-Roden, der sich im Herbst vergangenen Jahres aufgelöst hat. Ein gemeinsamer Ansprechpartner für alle, auch nicht in Vereinen organisierten Gewerbetreibenden sei ein guter Service. Er könne nicht sagen, ob sich jetzt einige Gewerbetreibenden über die Vorschläge, den Handel in Jügesheim zu konzentrieren, geärgert hätten. Für sein Möbelhaus sei ein Umzug keine Option: „Ich habe 1000 Quadratmeter Ausstellungsfläche unterzubringen – da ist ein kleines Geschäft mit 40 Quadratmetern sicher flexibler.“

Manus fände es aber gut, wenn die von ihm zweimal organisierte Rodgau-Messe unter der Regie der Stadt wiederbelebt werde. Für einen Ehrenamtlichen sei dies wegen der hohen Arbeitsbelastung kaum mehr zu leisten. Die Messe selbst sei ein großer Erfolg gewesen, „dadurch sind auch die Gewerbetreibenden deutlich enger zusammengerückt, das hat noch einige Zeit nachgewirkt.“

In Dudenhofen gibt auch Gewerbevereinsvorsitzender Berthold Schüßler Ideen von Schanze im Prinzip Recht. Doch fände er es gut, wenn sich langfristig auch am Ludwig-Erhard Platz ein kleines Geschäftszentrum etablieren könnte. Zwar gebe es dort ein begrenztes Angebot, „aber wer einen Joghurt möchte, muss rausfahren – das ist nicht die Tendenz, die wir wollen.“

Gut findet er, dass die Rodgau- Card, die sein Gewerbeverein auf Vorschlag eines Mitglieds schon vor zehn Jahren in die Diskussion brachte, jetzt umgesetzt werden soll. „Das ist eine tolle Sache“, wirbt Schüßler, „damit kann man Kaufkraft in Rodgau binden.“ Als Einführungstermin sei der 1. Oktober angedacht, „dann kann man auch die Weihnachtsgeschenke damit dekorieren - das wäre ein guter Start.“

Die verkaufsoffenen Sonntage in Rodgau stehen fest: Am 18. März ist Frühlingsfest in Jügesheim, am 6. Mai Autoschau in Nieder-Roden, am 24. Juni wird zum Tag des offenen Unternehmens eingeladen, und für September denkt der GHD-Vorstand noch über eine neue Veranstaltungsform nach. Auch ein Adventsbummel soll wieder angeboten werden.

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