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Lippold führt Liste an

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Von: Christoph Manus

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Die Dietzenbacher CDU zieht mit dem langjährigen Bundestagsabgeordneten Klaus Lippold als Spitzenkandidaten in den Wahlkampf.

Das haben die Mitglieder jetzt in ihrer Jahreshauptversammlung entschieden. Bei der vergangenen Kommunalwahl hatte Lippold auf eigenen Wunsch noch auf dem letzten Platz der Liste gestanden, wurde jedoch von den Wählern nach vorne – und damit ins Stadtparlament – kumuliert, wo er mit 18 Kollegen die stärkste Fraktion bildet. „Wir sind froh, dass er sich dazu bereit erklärt hat“, sagte Vorstandsmitglied Christel Germer am Montag. Lippold sei schließlich ein politisches Schwergewicht.

Ihr Wahlprogramm verabschiedet die CDU erst im Januar. Lippold machte aber bei der Versammlung deutlich, dass er sich etwa für einen stärkeren Druck auf Schulverweigerer einsetzen will – und für die weitere Förderung des Dietzenbacher Schulangebots. Wichtig seien die Themen Integration und Sicherheit. „Wir müssen deutlich machen, dass wir auch Integrationswilligkeit fordern“, sagte Lippold, der im vergangenen Jahr nach 26 Jahren den Bundestag verließ.

Die Versammlung hatte mit massiver Kritik des Stadtverordneten Leonhard Pätzold begonnen. Die vorgelegte Liste sei ungültig, weil der Vorstand diese entgegen der CDU-Satzung nicht endgültig beschlossen habe, sondern nur im Umlaufverfahren abgestimmt habe, monierte Pätzold. Der CDU-Stadtverbandsvorsitzende Helmut Butterweck bezeichnete den Vorwurf als Unsinn und ungehörig. Der Vorstand habe am 10. November in der Gaststätte Zur Linde die Liste einstimmig beschlossen. Es gebe Zeugen, sagte Germer und las aus dem Protokoll der Sitzung vor.

Trotz des wenig harmonischen Beginns sagte Butterweck später, die Partei sei wieder zusammengerückt. „Unser Ziel muss es sein, mit 19, 20 oder mehr Mitgliedern ins Stadtparlament einzuziehen.“ Mit Angriffen gegen Bürgermeister Jürgen Rogg (parteilos) hielt er sich merklich zurück, ja verteidigte ihn sogar, als der Stadtverordnete Hans Himmel die Wirtschaftsförderung kritisierte.

Rogg hatte Anfang 2009 eine interne Kampfabstimmung gegen Butterwecks Frau Kornelia verloren. Er trat daraufhin aus der CDU aus. Als unabhängiger Bürgermeisterkandidat gewann er. Einige CDU-Fraktionsmitglieder hegen immer noch Sympathie für den früheren Parteikollegen. Auch deshalb wirkte die Fraktion zuletzt selten einig. „Es war schwierig, in der Fraktion einen Konsens zu finden“, sagte auch Fraktionschef Thomas Wegener. „Ich empfinde es aber nicht unbedingt als Zeichen von Schwäche, wenn die Geschlossenheit nach außen etwas löchrig wirkt.“

Auf Lippold folgen auf der CDU-Liste Helmut Butterweck, Christel Germer, Thomas Wegener und Kornelia Butterweck vor Guido Kaupat.

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