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Guido Engel mit seinem Elektrofahrrad Dolphin. Entfernungen bis zu 120 Kilometer entsprechen etwa der Reichweite der Elektroautos, die er ebenfalls im Angebot hat. Ihre Batterie könnte während der Arbeitszeit wieder aufgeladen werden. Vor allem auf Kurzdistanzen wären die Fahrzeuge ideal - ob auf vier oder zwei Rädern.

Dreieich

Leise Elektro-Flitzer

Der Dreieicher Guido Engel ist überzeugt von den Vorzügen von Elektro-Rädern und -Autos - muss er auch sein, er verkauft sie schließlich. Das Rhein-Main-Gebiet sei ideal für die lautlosen Fahrzeiuge.

Von Stephen Wolf

Noch gelten Elektro-Fahrzeuge als Exoten. Sogenannte E-Bikes gibt es zwar für Schwarzwald-Touristen; auch rüsten zunehmend Firmen ihre Fuhrparks zugunsten der batteriebetriebenen Fahrzeugen um. Aber im Alltag sind sie noch nicht angekommen.

Der Götzenhainer Guido Engel will dazu betragen, dass die klimafreundliche und leise Antriebstechnik eine stärkere Rolle neben dem klassischen Verbrennungsmotor spielt. Mit seinem Unternehmen "Lautlos durch Rhein-Main" bietet der 53-Jährige seit 2009 in Dreieich E-Roller, E-Bikes und Elektro-Autos an.

Engel arbeitete früher als IT-Manager. Aus seiner Sicht ist das Geschäft mit den E-Fahrzeugen gar nicht so verschieden im Vergleich zu seinem früheren Job. Dort habe er in drei Jahrzehnten den Aufstieg des Computers vom Spezialgerät zum nahezu unverzichtbaren Arbeitsgerät erlebt. "Eines Tages ging der Verkauf von Computern steil nach oben", erinnert er sich. Bis es bei den Elektro-Fahrzeugen so sei, müsse man allerdings einen langen Atem beweisen und Imagepflege betreiben.

Beratung und Probefahrten

Dabei will er seinen Kunden nicht nur die E-Fahrzeuge verkaufen, er will sie vom Nutzen überzeugen. Schließlich gelten die leisen Elektromotoren als klimafreundliche und umweltschonende Alternative zum klassischen Verbrennungsmotor. "Wir bieten daher auch intensive Beratungsgespräche, Probefahrten und nicht zuletzt einen Reparatur-Service an", sagt Engel, der mit zwei weiteren Mitarbeitern das Start-Up-Unternehmen betreibt.

So hat er beispielsweise die Zusammenarbeit mit einem Kfz-Mechaniker organisiert. Dass dieser in Zukunft die E-Autos repariert, habe über das Geschäftliche hinaus einen positiven Nebeneffekt. Der Mechaniker könne sich auf diese Weise stärker mit dem Know-how der Elektromobilität auseinandersetzen.

Das Rhein-Main-Gebiet ist nach Ansicht von Engel wegen seiner vielen Verkehrsströme ein optimales Testgebiet, zumal es Teil des Bundesprogramms Modellregion Elektromobilität ist. Menschen, die täglich nach Frankfurt pendelten, könnten bequem mit einem Elektroauto zur Arbeit kommen, meint er.

Entfernungen bis zu 120 Kilometer entsprechen etwa der Reichweite der Wagen; ihre Batterie könnte während der Arbeitszeit wieder aufgeladen werden. Vor allem auf Kurzdistanzen wären die Fahrzeuge ideal - ob auf vier oder zwei Rädern. Er vertraut dabei auch auf die Aufgeschlossenheit der Unternehmen. Einige haben bereits Förderanträge gestellt und sind interessiert, Elektroräder zu leasen.

Beitrag zum Umweltschutz

"Bei den Firmen tut sich was", stellt Engel fest. Gewünscht sind mehr Stromtankstellen für Unternehmen. Engel meint, es sei nur eine Frage der Zeit, bis die leisen Flitzer in der Gesellschaft ankommen. Der Nutzen liege auf der Hand, denn die schadstofffreien Fahrzeuge tragen nicht nur konkret zum Umweltschutz, sondern auch zur besseren Lebensqualität in den Städten bei. "Im Grunde handelt es sich um überschaubare Investition", sagt Engel.

Er weiß auch, dass der Alltag anders aussieht: Es gibt weder eine Infrastruktur, noch serienreife bezahlbare Wagen. Zurzeit sind Elektrofahrzeuge noch relativ teuer, herkömmliche Modelle kosten die Hälfte. Doch es sei absehbar, dass bei wachsender Produktion auch der Einstieg in die Elektromobilität erschwinglich werde, ebenso die noch teuren Akkus. "Jede neue Technologie ist immer teuer, weil es natürlich wirtschaftliche Interessen gibt, die Preise hoch zu halten." Mit wachsender Konkurrenz relativiere sich dies. sagt Engel.

lautlos-durch-rhein-main.de

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