Langen

Wahl in Langen ohne Publikum

  • schließen

Stefan Löbig oder Jan Werner entscheiden am Sonntag die Bürgermeisterwahl in Langen. Die Live-Auszählung der Stimmen im Rathaus ist abgesagt worden.

Am Sonntag klärt sich die Frage, wer in Langen in den kommenden sechs Jahren auf dem Chefsessel im Rathaus sitzen wird. Aus den ursprünglich sechs Bewerbern um die Nachfolge von Bürgermeister Frieder Gebhardt (SPD) sind nach dem ersten Wahlgang zwei geworden: Der derzeitige Erste Stadtrat Stefan Löbig (Grüne) und der Einzelbewerber Jan Werner vereinten am 1. März die meisten Stimmen auf sich und stehen sich nun in der Stichwahl gegenüber. 27 670 Wahlberechtigte sind zur Stimmabgabe aufgerufen.

Die Bürger können die Auszählung der Stimmkreise diesmal nicht live im Rathaus miterleben. Wegen des Coronavirus hat der Magistrat die Präsentation der Wahlergebnisse im Stadtverordneten-Sitzungssaal abgesagt. Die Ergebnisse aus den einzelnen Wahllokalen werden unmittelbar nach der Auszählung auf der Homepage www.langen.de veröffentlicht.

Die Spannung ist in den vergangenen zwei Wochen quasi von Tag zu Tag gestiegen. Auch wenn es nach der ersten Runde am 1. März auf dem Papier nicht so aussieht, könnte es wie vor sechs Jahren ein Kopf-an-Kopf-Rennen geben, Damals lag Jan Werner im ersten Wahlgang mit 41,4 Prozent vorne, während Gebhardt nur 29,6 Prozent erreichte. Bei der Stichwahl drehte sich das Blatt: Gebhardt siegte denkbar knapp mit 50,2 Prozent.

Am vorvergangenen Sonntag erreichte Werner 39,70 Prozent, Löbig kam auf 25,16 Prozent der gültigen Stimmen. Seitdem ist aber viel passiert: Die SPD hat nach einer gemeinsamen Sitzung des Ortsvereinsvorstands und der Fraktion eine Wahlempfehlung für Löbig ausgesprochen, nachdem ihre Kandidatin Angela Kasikci im ersten Wahlgang mit 19,51 Prozent den Kürzeren gezogen hatte. Die SPD bittet alle Bürger, die Kasikci ihre Stimme gaben, Löbig zu unterstützen.

Jan Werner, den wir in der Berichterstattung fälschlicherweise als Parteilosen bezeichnet hatten, wurde schon im ersten Wahlgang von der CDU und der UWFB unterstützt. Der Bürgermeisterkandidat erklärte gegenüber der FR, er trete als unabhängiger Kandidat an, auch wenn er seit gut eineinhalb Jahren wieder Mitglied der CDU sei. Der 43-Jährige war 2008 aus der Partei aus- und bei den Bürgermeisterwahlen 2008 und 2014 als unabhängiger Bewerber angetreten.

Nach der ersten Wahlrunde spricht sich nun auch die FDP für Werner aus. Bürgermeisterkandidat Joost Reinke, der am 1. März 5,97 Prozent aller Stimmen erhielt, sieht es dagegen als „unangemessen“ an, konkrete Wahlempfehlungen zu geben. „Jeder der beiden verbliebenen Bürgermeisterkandidaten hat seine Stärken und Schwächen“, schreibt er auf seiner Homepage.

Auch die FWG-NEV will keine „Blanko-Empfehlung“ für einen der beiden Bewerber abgeben. Claudia Trippel, die im ersten Wahlgang mit 7,52 Prozent ausgeschiedene Bürgermeisterkandidatin der Partei, hat jedoch bekanntgegeben, dass sie sich für das Amt der Ersten Stadträtin bewerben will. Am 30. Juni läuft nicht nur die Amtszeit von Bürgermeister Frieder Gebhardt (SPD), sondern auch die des Ersten Stadtrats ab.

Für Jan Werner dagegen ist der Stadtratsposten keine Alternative, wenn es am Sonntag mit dem Bürgermeisterthron nicht klappen sollte. „Schon vor zwölf Jahren habe ich gesagt, dass ich dafür nicht zur Verfügung stehe“, erklärt er. Er habe eine unkündbare Stelle an der Cologne Business School in Köln.

Wer seine Wahlbenachrichtigung bereits entsorgt hat, kann mit dem Ausweis ins Wahllokal gehen.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare