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Marcel Wilhelm, der 200 km für krebskranke Kinder lief, bei seiner Ankunft in Köln.
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Marcel Wilhelm, der 200 km für krebskranke Kinder lief, bei seiner Ankunft in Köln.

Spendenlauf

Spendenlauf für krebskranke Kinder: Am Ziel trotz Blutblasen

  • Annette Schlegl
    vonAnnette Schlegl
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Rettungssanitäter Marcel Wilhelm ist nach 200 Kilometern in Köln angekommen. Mit dem Spendenlauf sammelte der 25-jährige Langener 7200 Euro für krebskranke Kinder.

Acht zum Teil blutige Blasen an den Füßen, kleine Zehen, die ums Dreifache angeschwollen sind, schmerzende Kniegelenke, schmerzende Hüfte – aber Marcel Wilhelm hat es geschafft: Der 25-jährige Sanitäter aus Langen ist binnen vier Tagen 200 Kilometer zu Fuß von Langen nach Köln gelaufen und hat dabei insgesamt 7200 Euro gesammelt, die an drei Hilfsorganisationen für krebskranke Kinder gehen. „Ich kann mir gut vorstellen, dass die 8000 Euro noch geknackt werden“, ist er optimistisch.

Spenden

Die Aktion des Rettungssanitäters läuft noch rund eine Woche. Wer noch für krebskranke Kinder spenden möchte, klickt auf seinen Instagram-Account MarcelxWilhelm. Dort ist auch sein Videotagebuch zu finden.

Am Sonntag kurz nach 16 Uhr stand Wilhelm endlich vor dem Kölner Dom. Das sei für ihn ein sehr emotionaler Moment gewesen, erzählt der junge Mann, der einen Wohnsitz in Langen hat, aber vor sechs Monaten nach Köln gezogen ist. „Da habe ich geweint.“ Zehn bis zwölf Stunden wollte Wilhelm pro Tag in Rettungsdienstkleidung mit zehn Kilo schwerem Rettungsrucksack unter dem Motto „Krebs kennt keine Kilometer“ auf Schusters Rappen unterwegs sein. Das klappte nur am Anfang, dann wurden es zwölf bis 14 Stunden bis zum nächsten Etappenziel. „Wegen der starken Schmerzen bin ich von Tag zu Tag langsamer geworden.“ Er sei kurz vorm Aufgeben gewesen, gibt er zu. „Wenn man in einer Stunde gerade mal zwei Kilometer zurücklegt und auch noch einen steilen Berg hinaufmuss, wundert das nicht.“ Dann habe er sich aber gesagt, dass die Schmerzen, die krebskranke Kinder und ihre Eltern haben, viel größer sind als seine. „Das war mein Mantra.“

Emotional wurde es auch schon vor der Ankunft am Ziel. Am zweiten Tag sei ihm bei Limburg eine Seniorin weinend entgegengerannt und habe ihm 20 Euro in die Hand gedrückt, berichtet er. Sie wohnt an der Route, die Radio- und Fernsehsender mittlerweile veröffentlicht hatten, und habe ständig aus dem Fenster geschaut, um ihn abzupassen. „Sie hat mir viel Glück gewünscht und hat unter Tränen gesagt, dass ihr Enkelkind vor kurzem an Krebs gestorben ist.“

Bei Köln-Porz stand dann plötzlich seine Familie vor ihm – ohne dass er vorher davon wusste. Das gab ihm noch mal Antrieb. Auch ein Freund, der die letzten Kilometer an seiner Seite lief, sorgte für Energie: Er hatte eine Musikbox in seinem Rucksack und spielte ein Lied aus Wilhelms Kindheitstagen ab. „Ich hatte dann so viele Glückshormone, dass ich keine Schmerzen mehr gespürt habe und sogar zwei bis drei Kilometer gejoggt bin.“ Sein Fazit: „Ich würde es noch mal machen“ – und er entwickelt gerade schon Ideen für baldige weitere Benefizaktionen.

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