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Viele Schulen in Hessen haben bauliche Mängel. (Symbolbild)

Schule

Schul-Gebäude in Langen aus Sicherheitsgründen gesperrt

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Zwei Gebäude der Albert-Einstein-Schule sind aus Sicherheitsgründen gesperrt.  In den Decken sind Risse entdeckt worden.

Man sieht sie nicht, aber die Gefahr ist trotzdem da: Ein Statiker hat in der Vorwoche Setzrisse in der Decke der Albert-Einstein-Schule in Langen entdeckt. Betroffen sind die Turnhalle und der daneben liegende Gymnastikraum. Der Kreis Offenbach als Schulträger hat kurzfristig ein Nutzungsverbot für den Schul- und den Vereinssport erlassen. Die Sicherheit habe oberste Priorität, erklärt Ursula Luh, Pressesprecherin des Kreises Offenbach.

„Nur wenn man die Deckenplatten abnimmt, mit denen die Hallendecke abgehängt ist, kann man die Setzrisse erkennen“, sagt Schulleiterin Susanne Fritz. Entdeckt wurden sie, als das Dach auf seine Standsicherheit untersucht wurde. Hintergrund dieser Überprüfung: „Es gibt vergleichbare Hallen, bei denen solche Probleme aufgetaucht sind“, so Luh. Im Rahmen der Gefahrenverhütung seien auch im Kreis Offenbach mehrere Objekte mit solchen Flachdächern überprüft worden.

Die Einfeld-Turnhalle der Albert-Einstein-Schule ging 1965 in Betrieb und wurde vor zehn Jahren im Zuge des Private-Public-Partnership-Projektes (PPP) zwischen dem Kreis Offenbach und dem Unternehmen SKE umfangreich saniert. Im Jahr 2016 wurde eine Photovoltaikanlage auf das gesamte Schuldach gesetzt. Im Vorfeld erfolgte eine statische Prüfung, die jedoch keine Mängel ergab. Drei Jahre später wurden nun die Risse in der Decke der Turnhalle und des Gymnastikraums festgestellt. Das statische Risiko für die Gebäude sei nicht auf SKE übergegangen, sondern liege nach wie vor beim Kreis Offenbach, sagt Luh.

Eine eingehende statische Überprüfung und Berechnung sei nun zwingend erforderlich, heißt es von der Kreisverwaltung. Die erforderlichen Untersuchungen seien bereits beauftragt. So lange diese Ergebnisse nicht vorliegen, dürfen die beiden Gebäude nicht genutzt werden. „Wir rechnen mindestens bis zu den Sommerferien mit einer Sperrung“, sagt die Schulleiterin.

Langen: Alternativen für Einstein-Schule gefunden

Die Sporthalle sei der Raum in der Schule, der am meisten frequentiert werde. Sie dient der Schule auch als Veranstaltungshalle – etwa für die Einschulungsfeier mit mehr als 200 Personen. „Das stellt uns vor gravierende Probleme“, so Fritz.

Der Kreis suche derzeit noch nach geeigneten Alternativen für die Schüler und stimme diese mit der Einstein-Schule ab, sagt Luh. So mitten im Schuljahr sei es jedoch schwierig, in anderen Schulen Zeitfenster für die Nutzung von Räumen zu finden, erklärt Fritz.

Glück im Unglück: Gegenüber der Einstein-Schule liegt die Ballsporthalle des TV Langen, die bisher schon stundenweise angemietet wurde. „Wir werden schauen, ob wir sie noch intensiver nutzen und unsere Turngeräte dort hinbringen können“, sagt Fritz. Ein Raum der Einstein-Schule soll auf jeden Fall für kleinere schulische AGs wie beispielsweise Tanzsport umfunktioniert werden. „Außerdem werden wir Bewegungsangebote im Freien stattfinden lassen“, so Fritz.

Vier Mal pro Woche bietet die Schule auch eine bewegte Mittagspause mit verschiedenen Sportarten wie Ballsport oder Tanzen an. „Das wollen wir aufrechterhalten“, erklärt die Schulleiterin, „bei schönem Wetter dann halt draußen.“

Für die Vereinssportler wie Fechter, Turner oder Judokas, die die Schulturnhalle nutzen, habe die Stadtverwaltung mittlerweile Alternativen gefunden, erklärt Roland Sorger, Pressesprecher der Stadt Langen. Vereine, die nicht hallengebunden sind, wie Fußballer oder Leichtathleten, würden nun draußen trainieren.

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