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Der Frankfurter Stefan Burger ist neuer Betreiber des Kinos an der Bahnstraße in Langen. 

Langen

Neuer Anlauf zum Filmerlebnis in Langen

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Ein Frankfurter eröffnet das Langener Kino wieder. Der Cineast hat mehr als 25 Jahre Erfahrung, beweist aber trotzdem Mut.

Konkurrenz von Video-on-Demand, Streaming-Diensten und Multiplex-Kinos mit neuester Technik in den Großstädten – kleine Kinos in der Provinz stehen immer mehr unter Druck. Um so erstaunlicher, dass es ein Frankfurter nun wagt, das Langener Kino wiederzueröffnen. Neun Monate, nachdem das Lichtburg-Filmtheater an der Bahnstraße wegen Insolvenz des Betreibers schließen musste, bringt Stefan Burger den Langenern das große Filmerlebnis zurück.

Der 51-Jährige hat mit der Eigentümergemeinschaft einen fünfjährigen Mietvertrag mit der Option auf weitere fünf Jahre geschlossen. Er ist ein Kinoprofi, hat mehr als 25 Jahre Erfahrung in der Branche. Sieben Jahre lang, von 2002 bis 2009, leitete er das Cinestar-Metropolis in Frankfurt am Eschenheimer Turm, und zeichnete auch schon für den Kristall-Palast in Dresden verantwortlich – eines der größten deutschen Kinos. Seit 2016 betreibt er im Kurtheater in Bad Homburg das Kino, zeigt im großen Saal mit über 700 Plätzen sechs- bis achtmal pro Monat aktuelle Kinofilme.

Am 18. Dezember eröffnet das Lichtburg-Filmtheater in der Bahnstraße 37b in Langen wieder und zeigt den Film „Star Wars – Der Aufstieg Skywalkers“ in 3D, der an diesem Tag deutschlandweit Premiere hat. Auch „Jumanji 2“ und „Das perfekte Geheimnis“ wird es zum Start geben.

Unter der Woche soll es täglich ab 16 Uhr und ab 20 Uhr Vorstellungen geben, am Wochenende sind drei bis vier Vorstellungen pro Tag geplant.

Das Ticket kostet zwischen 6 und 9,50 Euro; für 3D-Filme wird ein Zuschlag von 2 Euro verlangt. Auch Familienpreise werden angeboten. ann

Als Burger zum ersten Mal mit Klaus Müller, dem Sprecher der Eigentümergemeinschaft, vor dem Lichtburg-Filmtheater an der Bahnstraße stand, habe er „doch erst mal geschluckt“, gesteht er. Was folgte, war eine Wirtschaftlichkeitsanalyse, bei der er alles auf den Prüfstand stellte. „In den letzten Jahren 40 000 bis 50 000 Besucher jährlich, das waren für mich die bekannten Zahlen“, sagt er.

Dass der Frankfurter ein gelernter Bankkaufmann ist, machte ihn für die fünf Eigentümer des Gebäudes zu einem harten Verhandlungspartner. „Ich habe ihnen gesagt, was es braucht, damit das Kino noch 15 Jahre überlebt und dass sie ein Bürogebäude daraus machen können, wenn sie kein Geld in die Hand nehmen.“ Ergebnis: Die Eigentümergemeinschaft versprach, die Kosten der Renovierung zu übernehmen, wenn er das Kino betreibt.

Damit hat sich Burger andere Grundlagen geschaffen als sein Vorgänger Bruno Ugazio: Er zieht in umgebaute Räume ein, zahlt den Eigentümern dafür Miete. Ugazio dagegen renovierte auf eigene Kosten, betrieb das Kino aber mietkostenfrei. Das Ende vom Lied ist bekannt: Er verhob sich bei den Umbaukosten, bekam auch von der hessischen Filmförderung keinen Zuschuss, weil ihm ein Formfehler unterlief. Und musste Insolvenz anmelden, kurz nachdem er die Kinosessel und die Leinwand erneuert hatte.

Mittlerweile haben die Eigentümer die Fassade des Hauses erneuert, lassen nun neuen Teppichboden in den Sälen und neue Fliesen im Eingangsbereich legen. Eine Feuerschutztür wird eingebaut, die Lichtwerbung für die Fassade ist bestellt, kommt im Dezember. „Für mich ist Kino auch Gastgeben“, sagt Burger. Deshalb bekommt das Kino eine neue Eingangstür und das Foyer mit einem platinfarbenen Anstrich einen neuen Look. Der Cineast will selbst hinter der Theke stehen.

Burger wird im großen, 114 Besucher fassenden Saal auch Kinofilme in 3D zeigen. Dafür mietet er erst einmal entsprechende Projektoren an. Der Kauf soll nächstes Jahr erfolgen – wenn ihm die hessische Filmförderung unter die Arme greift. Schließlich kostet eine neue 3D-Projektionsanlage rund 150 000 Euro.

Der Vorverkauf für die Filme der ersten Woche beginnt schon am Freitag, 15. November. Karten können auf der neuen Internetseite www.lichtburg-langen.de gekauft werden. Eine Reservierung ist vorerst nicht möglich.

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