Lichtburg-Kino

Kinoumbau in Langen war nötig

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Der insolventer Betreiber äußert sich. Der Umbau und die Renovierung des großen Kinosaals seien aus dem Ruder gelaufen.

Am Sonntag war das Lichtburg-Kino in Langen nochmals gut besucht, seit gestern ist nun Schluss: Wegen Insolvenz bleiben die Türen geschlossen. Nachdem der Insolvenzverwalter Fabio Algari aus Frankfurt am Freitag davon sprach, dass der Betreiber den Überblick über seine Einnahmen und Ausgaben verloren hatte, meldet sich nun Bruno Ugazio selbst zu Wort.

Der Umbau und die Renovierung des großen Kinosaals seien aus dem Ruder gelaufen, schreibt Ugazio in einer Stellungnahme. Darauf zu verzichten, sei aber allein schon aus Brandschutzgründen nicht möglich gewesen, denn die Betriebsbewilligung sei Ende 2018 ausgelaufen, und eine neue hätte es ohne Umbau nicht gegeben. Außerdem „wäre die alte Decke ansonsten von alleine runtergefallen, der morsche Boden hätte das Gewicht der Besucher nicht mehr gehalten, und die verfaulten Notausgänge wären aus den Angeln gefallen“.

Ugazio bezeichnet das Verhalten der Filmförderungsanstalt als „unglücklich“; sie habe dem Langener Kino wegen eines Formfehlers die Förderung verweigert. „Damit war ein finanzieller Engpass absehbar, und ich habe die Insolvenz beantragen müssen“, so der Schweizer, der den Betrieb gerne wie geplant regulär zum 31. Mai abgeben wollte. Er hoffe aber, dass sich ein wagemutiger Nachfolger findet. „Diese sympathische Kleinstadt verdient es allemal.“

Er habe gestern damit gerechnet, dass Bürger in seiner Tür stehen und von der Stadt Rettungsmaßnahmen fürs Kino verlangen, sagte Bürgermeister Frieder Gebhardt (SPD). Aber es seien noch keine dementsprechenden Wünsche und Forderungen an ihn herangetragen worden. „Ich glaube, dass sich die Leute jetzt auf ihre Trauer beschränken“, sagte er und bescheinigte Ugazio „Idealismus pur“.

Dass die Stadt die Filmvorführungen künftig finanziert, sei für ihn nicht vorstellbar. „An ein kommunales Kino verschwenden wir in unserer gegenwärtigen finanziellen Situation keinen Gedanken“, so Gebhardt. Schließlich müsse die Stadt im Kulturbetrieb zahlreiche andere Institutionen unterstützen.

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