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Langen

Langen: Hilfe für Taliban-Gegner

  • Annette Schlegl
    VonAnnette Schlegl
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Verein sammelt Spenden für ehemaligen Oberstleutnant.

Ein Langener Verein versucht von der Ferne aus, dem Vater eines afghanischen Flüchtlings zu helfen. Abdul Khaliq Noor Mohammad hat für das afghanische Innenministerium gearbeitet und war Oberstleutnant der Polizei in Herat. Er ist mit seiner Familie vor den Taliban nach Teheran (Iran) geflüchtet und sitzt dort fest. Die Familie kann sich nicht selbst ernähren, weil der Vater nicht arbeiten kann - illegale Afghanen werden nämlich direkt nach Afghanistan ausgewiesen, wenn sie aufgegriffen werden. Der Verein „Langen hilft Flüchtlingen“ sammelt deshalb Geld für Mohammad und seine Familie.

Vor eineinhalb Wochen baute der Verein einen Infostand vor dem Alten Rathaus in Langen auf. Dort bat er zusammen mit dem Sohn von Mohammad, der mit seiner Familie seit sechs Jahren in Langen lebt, um Spenden. Mit mäßigem Erfolg: „Ungefähr 200 Euro kamen zusammen“, so 1. Vorsitzender Gernot Gutsch. Einige Besucher hätten am Stand aber auch die Kontodaten mitgenommen, berichtet er, weiß aber nicht, ob auf dem Konto schon weitere Spenden eingingen. Was ihn aber sehr bewegte: Ein ehemaliger deutscher Afghanistan-Soldat entschuldigte sich am Stand mit Tränen in den Augen beim Sohn von Mohammad, „dass die Bundeswehr Afghanistan so schnell verlassen hat“.

Was Abdul Khaliq Noor Mohammad in Afghanistan durchgemacht hat, tut allein schon beim Lesen weh: Die Taliban brachen ihm in der Haft Arm und Kniescheiben, er wurde mit Zuckerwasser übergossen, damit ihn Fliegen, Mücken und Wespen malträtierten. Mehrmals versuchte man, ihn zu töten, er überlebte mehrere Anschläge – wenn auch mit zum Teil schweren Verletzungen. Sein jüngerer Sohn wurde auf dem Weg nach Hause schwer verprügelt. Während der Präsidentschaft von Hamid Karzai wurde Mohammad als Beamter bei der Staatsanwaltschaft in Herat angestellt. Er weigerte sich stets, für die Taliban zu arbeiten, floh im Sommer dieses Jahres über die Berge in den Iran. Seine Familie gelangte mit Bestechung iranischer Zöllner nach Teheran.

Der Verein „Langen hilft Flüchtlingen“ hatte den Wahlkreisabgeordneten MdB Björn Simon (CDU) eingeschaltet, um Mohammad und seine Familie zu retten und aus humanitären Gründen nach Deutschland zu holen. „Unsere Kontakte sind jetzt aber zusammengebrochen, da der Regierungswechsel in Berlin noch nicht stattgefunden hat“, sagt Gutsch. Der Verein sammelt deshalb zum Überleben der Familie und transferiert die Spenden zum Bruder der Mutter nach Teheran.

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