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Nach "Fabienne" herrscht Verwüstung im Langener Kletterpark.

Sturmtief Fabienne in Langen

Kletterwald in Langen komplett zerstört

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Sturmtief Fabienne hat in Langen Schäden in Millionenhöhe verursacht. Auch der Kletterwald ist zerstört worden. Der Inhaber will den Hochseilgarten jedoch nicht wieder aufbauen.

Sturmtief Fabienne hat am Sonntagnachmittag den Kletterwald in Langen zerstört. Das Areal im Forst am Ende der Mörfelder Landstraße/Kreuzung Steubenstraße wurde komplett dem Erdboden gleichgemacht. An einen Wiederaufbau und den weiteren Betrieb des Kletterparks sei nicht zu denken, sagt Inhaber Stephan Henneken.

„Es steht nichts mehr außer unserer Hütte und drei kleinen Plattformen in den Bäumen, die Zwischenstationen in unseren Parcours waren“, sagt Henneken. „100 kleine und drei große Plattformen sind einfach weg.“

Langen: 160 Einsätze während des Sturms

Das Unheil kam am Sonntag kurz vor 17 Uhr. Für eine gute Viertelstunde sei in Langen „die Post abgegangen“, der Sturm habe richtig gewütet, sagt der Inhaber des Hochseilgartens, der in Büdingen lebt. Die Stadtverwaltung schrieb am Dienstag von Schäden in Millionenhöhe, von 160 Sturmbedingungen Einsätzen und auch von einer gut 30 Tonnen schweren Eiche, die „Fabienne“ an der Berliner Allee zu Fall brachte.

Henneken selbst war am Sonntag nicht vor Ort, aber einer seiner Mitarbeiter, der in Langen wohnt, erlebte den Sturm von zu Hause aus. „Gegen 18.30 Uhr wollte der Mitarbeiter im Kletterwald mal nach dem Rechten schauen“, sagt Henneken. Aufgrund des trockenen Wetters der vergangenen Wochen rechnete er mit zahlreichen abgebrochenen Ästen.

An der Straße habe der Forst noch „ganz normal“ ausgesehen, habe ihm der Mitarbeiter berichtet. Aber ein paar Meter weiter habe „Fabienne“ sämtliche Bäume des Kletterparks umgelegt. „Mein Mitarbeiter hat mir per Whatsapp ein Bild geschickt. Da war alles weg“, berichtet Henneken. Insgesamt 40 000 Quadratmeter Wald hat der Sturm dem Erdboden gleichgemacht, davon 22 000 Quadratmeter Hochseilgarten-Fläche.

Den Schaden kann Henneken noch nicht genau abschätzen, spricht aber von „ein paar Hunderttausend Euro“. Der Kletterwald mit seinen neun Parcours in verschiedenen Schwierigkeitsgraden sei versichert, er müsse sich die Policen aber erst mal genau anschauen. Am heutigen Mittwoch werde es wohl ein Gespräch mit der Versicherung geben.

„Ich bin froh, dass wir am Sonntag schlechtes Wetter und zum Glück nicht geöffnet hatten“, sagt der Büdinger, der die Anlage mit seinen drei Söhnen und acht Mitarbeitern auf Minijob-Basis betreibt. Ihnen bleibt jetzt nur das Aufräumen. „Wir müssen die Stahlkabel, die Verschraubungen und die Plattformen abbauen“, so Henneken. Dann erst können die Maschinen anrücken, die die kreuz und quer liegenden Bäume wegräumen. Das werde aber noch Wochen dauern.

Spendenaktion auf Facebook angeregt

Der Parcours mit Kletterelementen in bis zu 15 Metern Höhe wurde 2010 gebaut, Henneken übernahm ihn im Jahr 2015. Er sei ein Quereinsteiger, habe 25 Jahre in Frankfurt an der Börse gearbeitet, wollte „was anderes machen“, erzählt er. Ein Bekannter von einer Investorengruppe, die drei Kletterwälder betrieb, bot ihm die Übernahme des Langener Abenteuerparks an, und Henneken griff zu, weil er „in einem wunderbar lichten Buchenwald lag“.

Bei Schulklassen, Kindergeburtstagen und Firmen waren die neun Seilparcours besonders gefragt. „Ein paar Tausend Leute haben unsere Anlage schon besucht“, sagt der 55-Jährige, der sich im Vorjahr ein zweites Standbein als Bezirksleiter einer Bausparkasse aufgebaut hat.

Das Kapitel Kletterwald ist für die Hennekens nun abgeschlossen – obwohl auf Facebook spontan eine Spendenaktion angeregt wurde. „Der Superhype um Hochseilgärten ist vorbei. Diejenigen, die jetzt Kletterwälder entstehen lassen, bauen spektakulär, groß und mit Gastronomie. Aber mit unseren Möglichkeiten geht das nicht“, sagt der Inhaber.

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