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Die Serienproduktion von Hochleistungs-Batteriesystemen für Busse soll nun verdoppelt werden.

Akasol AG in Langen

Mit Hochleistungs-Batterien auf Erfolgskurs

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Die Akasol AG verdoppelt die Serienproduktion von Lithium-Ionen-Batteriesystemen für Busse in ihrem Werk in Langen (Kreis Offenbach). In Darmstadt ist das Unternehmen auf Standortsuche.

Erst vor einem Vierteljahr ist die Serienfertigung von Hochleistungs-Batteriesystemen in Langen angelaufen, und schon sollen dort die Kapazitäten verdoppelt werden: Die Akasol AG reitet äußerst erfolgreich auf der aktuellen Welle der Elektrifizierung. Das Unternehmen ist dabei in einem Nischenmarkt unterwegs: Es entwickelt und produziert Lithium-Ionen-Batteriesysteme für Nutzfahrzeuge.

Das Unternehmen hat aktuell Großaufträge in der Tasche. Deshalb bezog es im November 2017 eine 3300 Quadratmeter große Halle im Multipark Langen an der Raiffeisenstraße und errichtete die nach eigenen Angaben größte europäische Batteriesystemfabrik für elektrische Nutzfahrzeuge, fertigt dort aktuell Batteriesysteme für Busse in Serie. Der Unternehmenssitz liegt aber an der Landwehrstraße im Schenck-Technologie- und Industriepark in Darmstadt. Dort erfolgt der Prototypenbau von leistungsstarken Batterielösungen für Züge, Lastwagen, Schiffe und stationäre Applikationen wie etwa Mienenfahrzeuge, Bagger und Energiespeicher. Bekannte Namen wie MAN, Alstom, Bombardier oder Megatech gehören zum Kundenstamm.

Neun Monate lang wurde die Produktionsanlage auf der Hälfte der Hallenfläche im Langener Multipark aufgebaut, im dritten Quartal dieses Jahres konnte dann endlich die Inbetriebnahme erfolgen. Auf einer teilautomatisierten Fertigungslinie werden Hochleistungs-Batteriesysteme für Hybrid- und E-Busse fabriziert. Derzeit lassen Daimler und ein skandinavischer Hersteller in dem Werk Hochleistungs-Batteriesysteme für Elektrobusse fertigen.

Die Serienproduktion begann im Einschichtbetrieb und wurde nach wenigen Wochen um eine halbe Schicht ergänzt. Ab Januar 2019 soll im Zweischichtbetrieb gearbeitet werden, ab Mitte 2019 dann sogar in drei Schichten.

Das Unternehmen, das im Juni 2018 von einer GmbH in eine Aktiengesellschaft umgewandelt wurde, plant, weiter kräftig zu wachsen. Deshalb soll ein zweiter Abschnitt der Fertigungshalle an der Raiffeisenstraße, der momentan noch als Lager genutzt wird, zukünftig für die Serienproduktion genutzt werden. Dort wird nun eine weitere Produktionsanlage installiert mit einem Kapazitätsvolumen von 300 Megawattstunden pro Jahr. Damit wird sich das Produktionsvolumen auf 600 Megawattstunden pro Jahr verdoppeln.

Die Produktionsanlage soll in Kürze bestellt werden – zusammen mit einer Produktionsanlage für ein Werk in den USA, das Ende 2019 mit einer Kapazität von jährlich 300 Megawattstunden in Betrieb genommen werden soll. Auch die zweite Produktionslinie in Langen soll Ende 2019 in Betrieb gehen.

Das Unternehmen bilanziert eine hervorragende Auftragslage: Aufträge in Höhe von 1,47 Milliarden Euro sind angefragt oder unterzeichnet. Deswegen wurden in diesem Jahr insgesamt 84 Mitarbeiter eingestellt. Auch derzeit sucht Akasol Fachkräfte, aktuell sind im Internet 35 Stellenangebote zu finden. Im kommenden Jahr soll in Darmstadt ein neuer Unternehmenssitz eröffnet werden; momentan läuft noch die Standortsuche für ein Areal mit 15 000 bis 20 000 Quadratmeter. So sollen künftig alle Abteilungen in Darmstadt zusammengeführt werden; nur die Serienproduktion bleibt in Langen bestehen.

Es scheint fast so, als könnte die Produktion von Hochleistungs-Batteriesystemen für Busse gar nicht schnell genug gehen – schließlich mustern immer mehr Städte aufgrund der Schadstoffdiskussionen ihre dieselbetriebenen Flotten aus. Bestes Beispiel: Am 9. Dezember will die Stadt Frankfurt eine ganze Buslinie auf elektrischen Betrieb umstellen. Und erst gestern haben wir vermeldet, dass in Darmstadt binnen drei Jahren 28 E-Busse angeschafft werden.

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