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Chefarzt Ernst Hanisch (links) und Oberarzt Martin Drees mit dem neuen Endobronchial-Ultraschallgerät.
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Chefarzt Ernst Hanisch (links) und Oberarzt Martin Drees mit dem neuen Endobronchial-Ultraschallgerät.

Klinik Langen

High-Tech fürs Lungenzentrum

  • VonFrank Sommer
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Ein neues Gerät an der Asklepios-Klinik erleichtert aufwendige Untersuchung an der Lunge: Die Patienten können allein atmen, die Untersuchung und die Entnahme von Gewebe sind weniger invasiv. Die Klinik will sich mit dem Gerät weiter in der Lungenbehandlung etablieren.

Martin Drees, Oberarzt am Langener Asklepios-Klinikum, kann Menschen in die Lunge schauen. Ein neues Spezialgerät macht das möglich. Der dünne Fiberglasschlauch ist mit einer winzigen Kamera und einem Ultraschallleitbündel versehen. Auf Knopfdruck kann Drees am Monitor von Video- auf Ultraschallübertragung umschalten und so Lymphknoten sichtbar machen. Mit einer ausfahrbaren Nadel am Ende des Schlauchs kann der Facharzt für Pneumologe Gewebeproben entnehmen und so Tumore im Frühstadium erkennen.

„EBUS“, endobronchiales Ultraschallgerät, nennt sich das Stück High-Tech, das Drees jezt vorgestellt hat. Die Technik hat ihren Preis: Rund 110.000 Euro kostet allein das Gerät, mit weiteren dazugehörenden Anlagen hat das Klinikum insgesamt 150.000 Euro investiert. Selbst die Beatmungsschläuche sind Spezialanfertigungen. Die Investition lohne sich, sagt Geschäftsführer Volkmar Bölke. „Wir können nun einen geschlossenen Versorgungsprozess von Diagnostik, Therapie und Nachsorge anbieten. Alle Kliniken versuchen sich zu spezialisieren, die Asklepios-Klinik ist da keine Ausnahme.“

Langen sei ein hervorragender Standort, sagt Peter Kleine, Leiter des Universitären Lungenzentrums Rhein-Main. „Früher mussten viele Patienten ans Heidelberger Lungenzentrum, heute können wir ihnen eine wohnortnahe Alternative bieten.“ Kleine hat am Frankfurter Universitätsklinikum das bisher einzige hessische Lungenkrebszentrum etabliert, das die Deutsche Krebsgesellschaft zertifiziert hat. Mit der Asklepios-Klinik besteht seit 2011 eine Kooperation. In Frankfurt stehe mehr Personal zur Verfügung, ansonsten sei Langen eine „Spiegelung“ des Frankfurter Angebots, sagt Kleine.

Patienten werden geschont

Das neue EBUS bringe klare Vorteile, sagt Chefarzt Ernst Hanisch: „Zuvor mussten Patienten sich für diese Untersuchung einer Operation unterziehen. Ein starres Rohr wurde mittels Schnitt in den Brustkorb eingeführt und dann das Gewebe entnommen.“ Mit EBUS dauert eine Untersuchung knapp zwei Stunden, der Patient kann selbst atmen. Momentan kann nur eine Untersuchung pro Tag angeboten werden. Aber nach dem Klinik-Umbau soll ein eigener Untersuchungsraum eingerichtet werden. Drees und Kleine hoffen, dass dann rund 100 bis 150 Patienten im Monat mit dem EBUS untersucht werden.

Der Bedarf steige, sagt Kleine. 2013 wurden etwa dreimal so viele Patienten behandelt wie noch 2011. „Jährlich gibt es rund zehn Millionen Tote durch Atemwegserkrankungen weltweit, die Tendenz ist steigend.“ Deshalb ist es wichtig, dass alle Fachdisziplinen zusammenarbeiten. „Dafür haben wir in Langen das Lungenboard, eine regelmäßige Teamsitzung aller Fachärzte, eingerichtet.“ Bei diesem Interdisziplinären Dialog besprechen sie gemeinsam aktuelle Fälle. Für Kleine ein deutlicher Erfolg der Kooperation: „Früher hätte es Tage gedauert, schon bei einem einzigen Spezialisten einen Termin zu bekommen.“

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