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Hier Rekord, dort Mittelmaß

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Von: Annette Schlegl

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Volle Fahrt voraus am LangenerWaldsee.
Volle Fahrt voraus am LangenerWaldsee. © Monika Müller

Die Badesaison an den Strandbädern in Rodgau und Langen fällt komplett unterschiedlich aus. Während in Rodgau die Besucherzahlen sinken, kann Langen Rekrodzahlen präsentieren.

Gefühlt war es einer der besten Sommer der letzten Jahre. Trotzdem spricht die Statistik in Rodgau eine andere Sprache: Im Strandbad am Rodgauer Badesee lag die Besucherzahl sogar unter dem Durchschnitt. Knapp 166 000 Badegäste zählte man von April bis September. Ganz anders – und damit durchaus der subjektiven Wahrnehmung folgend – die Situation im Strandbad am Langener Waldsee: Dort sorgten fast 200 000 Besucher für die beste Badesaison seit einem Jahrzehnt.

Groß ist die Diskrepanz zwischen den beiden Strandbädern. Wolfgang Brückner, Fachbereichsleiter der Stadt Rodgau, ist ratlos. Seine Statistik weist genau 165.871 für den Rodgauer Badesee aus. Zwar lief diese Saison besser als die letztjährige mit 137.487 Badegästen und noch viel besser als die Badesaison des Jahres 2011, als es sogar nur 115.202 Besucher waren. Und doch waren es von April bis September 2013 um rund 18.000 Besucher weniger als der Jahresdurchschnitt, den man seit Eröffnung des Strandbads im Jahr 1977 ermittelt.

Sommer 2003 ist unerreicht

Vergleicht man allein die Zahlen der letzten zehn Jahre, ist der Besucherschwund noch evidenter: Es fehlte in diesem Sommer um 55.000 Sonnenhungrige. Das Rekordjahr 2003 bleibt unerreicht: Damals pilgerten 372.600 Männer, Frauen und Kinder zum Badeparadies an der Rodgau-Ring-Straße. Brückner erinnert sich an den Jahrhundertsommer: „Im September fiel kein einziger Tropfen Regen, es war bis in den Oktober richtig warm. Wir haben die Badesaison sogar verlängert.“

Der Sommer 2003 bescherte auch dem Strandbad am Langener Waldsee einen Rekord, der lange Jahre hielt: 190.000 Menschen badeten seinerzeit im Baggersee. Die diesjährige Saison toppte diese Zahl um 10.000 Besucher. Walther Ludwig, bei der Stadt Langen zuständig für den Bereich Sport und Bäder, weiß, wie es zu dieser Rekordzahl kam: „Wir hatten während der gesamten Sommerferien schönes Wetter. Besser kann es nicht sein.“ Die vier Bade-Inseln, die in dieser Saison neu angeschafft wurden, könnten ebenfalls ausschlaggebend gewesen sein.

Rund 30 Prozent mehr als im Vorjahr, als sich lediglich 110.000 Besucher einfanden, hat die Stadt Langen am Strandbad eingenommen. 3,50 Euro kostete der Eintritt in dieser Saison für Erwachsene, 2,50 Euro für Kinder. Für das Parken auf dem Gelände waren zusätzlich noch drei Euro zu berappen. Diese Einnahmen reichen, so Ludwig, für einen kostendeckenden Betrieb, „weil wir im Gegensatz zu Freibädern keine Heizkosten haben“.

Anders stellt sich die Situation im Rodgauer Strandbad dar. „Null auf Null geht für uns die Saison erst auf, wenn wir etwas mehr als 200.000 Besucher haben“, sagt Wolfgang Brückner. Also hat die Stadt in diesem Sommer wieder einmal draufgezahlt. Im letzten Jahr seien es „rund 100.000 Euro Minus“ gewesen, erklärt Brückner. Der Eintritt kostete drei Euro für Erwachsene und zwei Euro für Kinder; Parkplätze gibt es seit jeher kostenlos.

Erweiterung ist möglich

Der Fachbereichsleiter hat sich überlegt, wie die Attraktivität „seines“ Badesees gesteigert werden kann. „Ich habe mir im Internet schon mal ein großes Wassertrampolin ausgesucht“, sagt er. Derzeit werde eine Arbeitsgruppe installiert, die sich mit den Perspektiven des Rodgauer Strandbads beschäftigt. Der Betreiber des Kieswerks, die Firma Kaspar Weiss, ziehe sich im Abschnitt zurück, der „um die Ecke rum“ gleich hinter dem FKK-Bereich liegt; der Böschungsbereich sei dort wiederhergestellt. „Theoretisch können wir die Einrichtung jetzt erweitern“, sagt Brückner.

Schon länger interessieren sich Investoren für eine Wasserskibahn im möglichen Erweiterungsbereich. Allerdings schreckte die dortige Wassertiefe von bis zu 35 Metern bisher ab. Die Stahlträger müssten riesig sein und zu tief gesetzt werden. Außerdem sei dann ein eigener Zugangsbereich notwendig, genauso wie ein weiteres Wirtschaftsgebäude, zusätzliches Aufsichtspersonal und eine Extra-Toilettenanlage. Ob eine Wasserskibahn, die man ein paarmal im Jahr benutzen kann, diesen Aufwand rechtfertigt, bezweifelt Brückner. Siehe Kommentar

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