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Präzisionsarbeit in 45 Metern Höhe im Wald zwischen Langen und Offenthal

Deutscher Wetterdienst

Hauptsache windstill

Zwischen Langen und Offenthal entgeht dem Wetterdienst künftig kein Hauch mehr. Eine neu installierte moderne Radaranlage auf einem Turm an der B 486 liefert auch bei Orkanstärke präzise Daten aus luftiger Höhe.

Von Dirk Rüsing

Sybille Schumann ist gelassen. „Es ist windstill, alles wird klappen.“ Wäre es windig gewesen, hätte ein wichtiges Bauprojekt des Deutschen Wetterdienstes (DWD) sprichwörtlich abgeblasen werden müssen. Auf einem Turm nahe der B 486 zwischen Langen und Offenthal hat der DWD ein hochmodernes Wetterradar installiert. „Das Gerät liefert präzise Daten, die noch genauere Wettervorhersagen als bisher erlauben“, erklärt DWD-Projektleiterin Schumann. Auf solchen Daten basiert auch ihre Zuversicht, dass es windstill bleibt.

Per Autokran sind gestern nacheinander die Sende- und Empfangsanlage sowie eine wabenförmige Kuppel auf den 45 Meter hohen Turm gehievt worden. „Bei Wind hätten die schweren Teile gegen den Turm schlagen und beschädigt werden können“, beschreibt Sybille Schumann die kritische Phase des Projekts. Der Kranführer hat Präzisionsarbeit geleistet, ebenso die Arbeiter, die die Teile montiert haben.

Etwa 2,1 Millionen Euro hat der DWD in den neuen Radarturm investiert. Allein das Radar kostet 800?000 Euro, so Schumann.

Wenn die Anlage im Oktober in Betrieb geht, gehört sie zum Verbund aus 16 ähnlichen Systemen, die der DWD betreibt. Flächendeckend werden damit Wetterdaten für ganz Deutschland gesammelt. Der Turm bei Langen soll Daten in einem Umkreis von 150 Kilometern erfassen und in die Offenbacher Zentrale weiterleiten. „Das neue Radar gibt Auskunft darüber, wann und wo welche Art von Niederschlag und in welcher Menge fällt“, sagt Schumann.

Profitieren davon werde etwa der Katastrophenschutz. „Feuerwehr und THW sind unserem Verbund angeschlossen und können sich besser auf Unwetter vorbereiten.“ Auch dem Hochwasserschutz könne das Radar dienen.

Besonders im Blick des Wetterturms an der B 486 liegt der Frankfurter Airport. Dort betreibt der Wetterdienst gerade noch eine Interims-Radaranlage, die nach Inbetriebnahme des neuen Turms abgeschaltet wird. „Der Abstand zum Flughafen und seine Lage lassen künftig genauere Flugwettervorhersagen zu“, sagt Schumann. Zudem gehöre der Interims-Turm der Fraport-Gesellschaft und soll im Zuge des Flughafenausbaus abgerissen werden.

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