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Im Park rings um das Schloss Wolfsgarten konnten die Besucher auf Entdeckungstour zu botanischen Besonderheiten gehen.

Natur

Fürstliche Gartenfreude

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Der Park von Schloss Wolfsgarten in Langen wurde am Wochenende wieder für Besucher geöffnet.

Wo geht es denn zu den Rhododendren?“ Die beiden Frauen schauen sich etwas fragend um. Gut, dass eine Familie weiterhelfen kann und sie in Richtung des Sees schickt, an dessen Nähe die üppigen Rhododendren wachsen.

Am Wochenende hatte der Park von Schloss Wolfsgarten wieder für Besucher geöffnet, allerdings fiel der Zuspruch am Samstag deutlich geringer aus als in den vergangenen Jahren. Während auf der Prinzessin-Margaret-Allee die Autos dicht an dicht auf dem Seitenstreifen parkten, herrschte auf dem großen Parkplatz weitgehend Leere. Auch im Park ergaben sich so erstaunlich oft wahre Ruheoasen, an denen die Besucher fast ungestört von anderen Spaziergängern den Anblick von See, Rhododendren, knorrigen Bäumen oder anderen botanischen Besonderheiten genießen konnten.

„Schade, dass noch nicht alle Rhododendren blühen“, sagt Frieda Gehrman, „aber die blühen, sehen wirklich schön aus.“ Schon oft hat sie gemeinsam mit einer Freundin die Parköffnung genutzt, um einen Blick in den privaten Garten der landgräflichen Familie zu werfen. „Wir besuchen auch regelmäßig die Tage der offenen Gärten in den einzelnen Städten - es gibt doch überall so viel zu sehen und man bekommt Anregungen für den eigenen Garten“, sagt sie.

Der Park ist rund 57 Hektar groß und wurde besonders durch Großherzog Ernst Ludwig um die Jahrhundertwende geprägt. Er ließ die großen Rhododendrenbüsche anpflanzen oder veranlasste den Bau des Spielhauses (auch Prinzessinnenhaus genannt) durch Joseph Maria Olbrich.

Dass die Trockenheit des vergangenen Jahres auch vor dem Schlosspark nicht halt gemacht hat, bleibt manchen Besuchern nicht verborgen. „Schau mal, das ist alles kaputt“, sagt ein Besucher zu seiner Frau. Eigentlich sei es erstaunlich, dass nicht noch mehr Pflanzen vertrocknet seien, sagt diese.

Neben den Rhododendren sind besonders der See und das Spielhaus beliebte Ziele im Park. „Wenn die Seerosen alle blühen, schaut der See bestimmt toll aus - schade, dass unsereins dann nicht hier hinein darf“, sagt Boris Röhler. Aus der Umgebung von Saarlouis sei er eigens nach Langen gefahren, um den Park zu sehen. „Ich wollte hier schon öfter fotografieren, nun hat es endlich geklappt“, sagt er.

Am Spielhaus gehen die Besucher dagegen auf Entdeckungstour, hinter den Fenstern lassen sich Hunde- und Eselspuppen erkennen, wer genau hinschaut, findet auch auf der Rückseite des Schornsteins den Namenszug des Architekten Joseph Maria Olbrich. Die kleinen Grabsteine für verstorbene Haustiere im Garten des Spielhauses laden dagegen manche Besucher zum Raten ein, ob hier Hund oder Katze begraben liegen.

Den See genießen: Gerade am Samstag herrschte genug Ruhe für entspannte Augenblicke im Schlosspark.

Während die Renovierungsarbeiten am Schloss deutlich auffallen, bleiben die Arbeiten am historischen Schwimmbad im Park weitgehend unbeachtet. Die Einnahmen der Parköffnung werden dafür verwendet, heißt es. Wer genau hinschaut, erkennt schon, wo welche Balken des Bauwerks ausgetauscht wurden.

Geöffnetist der Park am kommenden Wochende vom 25. und 26. Mai von jeweils 10 bis 18 Uhr, der Eintritt beträgt fünf Euro. Kinder unter zwölf Jahren haben freien Eintritt. Schloss und Park sind im Besitz der Hessischen Hausstiftung und nur für wenige Tage im Frühjahr und Herbst für Besucher geöffnet.

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