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Neu-Isenburg und Dreieich kaufen ihre Weihnachtsbäume gemeinsam. Die Städte erzielen so größere Mengen und dadurch günstigere Preise.

Langen / Neu-Isenburg

Entsorgung über Grenzen hinweg

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Ab Januar kooperieren Langen und Egelsbach in der Abfall- und Wertstoffentsorgung. Die Kommunen hoffen, ähnlich erfolgreich zu werden wie ihre Nachbarstädte, und Geld einzusparen.

Die Stadt Langen und die Gemeinde Egelsbach machen 2019 bei der Abfall- und Wertstoffentsorgung gemeinsame Sache. Was in den beiden Kommunen Neuland ist, praktizieren Neu-Isenburg und Dreieich bereits seit viereinhalb Jahren: Im April 2014 schloss sich der Dienstleistungsbetrieb (DLB) der Stadt Neu-Isenburg mit dem Baubetriebshof der Stadt Dreieich in einer Anstalt des öffentlichen Rechts (AöR) zusammen. „Das war der richtige Weg“, resümiert Petra Klink, Vorstand der AöR.

In der Abfallentsorgung und Wertstoffsammlung gehen Langen und Egelsbach zum 1. Januar 2019 Seite an Seite. Eine gemeinsame Gesellschaft, die Abfallservice Langen Egelsbach GmbH (Aleg) ist in Gründung, an der Egelsbach entsprechend der Einwohnerzahl mit 25 Prozent beteiligt ist und Langen mit 75 Prozent. Die Gesellschaft wird rein kommunal sein. So kann sie Aufträge ohne öffentliche und europaweite Ausschreibungen von den Kommunen annehmen – das spart Geld. Alles in allem will man in Langen wie auch in Egelsbach bei der Entsorgung jährlich rund 100 000 Euro einsparen.

Der erst im August eröffnete Wertstoffhof an der Darmstädter Straße in Langen wird zur gemeinsamen zentralen Einrichtung; er liegt in unmittelbarer Nähe zur Ortsgrenze Egelsbach. Die Egelsbacher Annahmestelle an der Heidelberger Straße wird „abgespeckt“; dort können künftig nur noch Grünschnitt, Batterien sowie Elektrokleingeräte abgegeben werden – sowohl von Egelsbachern als auch von Langenern. Der Sperrmüll muss nun nach Langen gefahren werden, eine Annahme an der Marie-Curie-Straße in Egelsbach gibt es nicht mehr. Bei der Sperrmüllabfuhr auf Abruf bleibt aber alles beim Alten. Weihnachtsbäume, die am Tag der Müllabfuhr an den Straßenrand gestellt werden, werden nun in beiden Kommunen von der Aleg abgeholt.

Am Abfuhrrhythmus für Restmüll, Altpapier, gelben Sack und Bioabfall ändert sich in beiden Kommunen nichts, genauso wenig wie an den Abfuhrgebühren – obwohl auch die Müllabfuhr in die Zuständigkeit der neuen Gesellschaft wandert.

In Neu-Isenburg und Dreieich sei die Gründung der AöR ein Erfolgsmodell, sagt Vorstand Petra Klink. Dort ist die Zusammenarbeit noch viel weitreichender: Die beiden Städte kooperieren nicht nur in der Abfallwirtschaft, sondern auch bei Grünpflege, Straßenbau, Straßenreinigung und Winterdienst. Schon 2009 hatte Bürgermeister Herbert Hunkel, damals noch Kämmerer, eine Untersuchung in Auftrag gegeben, ob eine Kooperation sinnvoll ist. Für die Zusammenarbeit mit Dreieich wurden über fünf Jahre 900 000 Euro an Einsparungen prognostiziert. Somit erhalte die AöR bis 2019 jährlich entsprechend weniger Budget, so Klink.

Die Zahl der Mitarbeiter sei zwar nicht reduziert worden, aber trotzdem spare man Geld. „Obwohl wir Aufgaben wie die Biotonne dazubekommen haben, haben wir den Personalstamm nicht ausgeweitet“, sagt Klink. Mitarbeiter in der Verwaltung machen ihre Arbeit seit 2014 eben für zwei statt nur für eine Kommune. Auch der Wissenstransfer sei nicht zu unterschätzen.

Vor allem die Sachkosten haben sich laut Klink reduziert. Gemeinsame Ausschreibungen würden zu ganz anderen Preisen führen, weil die Mengen größer sind. Als Beispiel nennt sie den Sandwechsel auf Kinderspielplätzen, der von Drittfirmen erledigt wird. Auch die gemeinsame Weihnachtsbaumbestellung erzielt günstigere Preise.

Die Wertstoffhöfe wurden nicht zusammengelegt. „Beide Städte haben noch ihre eigenen Abfallsatzungen. Deshalb müssen wir es von den Gebühren her getrennt halten“, sagt Klink. Die Wertstoffmenge, die weiterverkauft wird, ist aber größer geworden. „Das macht es attraktiver, mit uns Geschäfte zu machen.“

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