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Für einen Naturpark am Waldsee

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Von: Annette Schlegl

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Die Stadtverordneten wollen, dass die Firma Sehring die ehemalige Ostgrube nach der Renaturierung an die Stadt zurückgibt. Dort könnte ein Naherholungsgebiet entstehen.

Die Langener Stadtverordneten wollen einen Naturpark am Waldsee. Mehrheitlich votierten sie mit großer Mehrheit in der jüngsten Sitzung dafür, prüfen zu lassen, ob die Ostgrube des Waldsees nach der Aufforstung zu einem interessanten Naherholungsgebiet werden kann. Nur die Linken waren gegen den Antrag.

Schon in naher Zukunft – laut CDU bereits Anfang 2018 – wird die Firma Sehring die ehemalige Ostgrube nach Abschluss der amtlich vorgegebenen Renaturierungsmaßnahmen an die Stadt Langen zurückgeben. Der CDU-Antrag, in den laut Andreas Keppeler (CDU) die Änderungswünsche der Grünen vollinhaltlich eingearbeitet wurden, nennt konkrete Vorstellungen für das Areal: ein „diskretes“ Wegenetz zur Verhinderung unerwünschter Trampelpfade, exponierte Beobachtungsplattformen, Schautafeln, Insektenhotels, eine Terrasse am hoch gelegenen Ostufer mit Blick über den See. Neophyten und Neozoen, das sind fremde, untypische Pflanzen und Tiere, sollten in dem Naturpark bekämpft werden, um die heimischen Arten zu schützen.

Der Magistrat soll nun prüfen, ob der Naturpark rechtlich möglich ist – insbesondere im Hinblick auf den Planfeststellungsbeschluss von 1991. Sollte das nicht klappen, müsste alternativ überlegt werden, ob die Ostgrube zum Naturschutzgebiet (FFH-Gebiet) werden kann. Zuerst ist allerdings zu klären, ob die Stadt Langen oder Hessenforst nach Abschluss der Aufforstungsmaßnahmen Eigentümer der Fläche wird. Und nicht nur die Entstehungs-, sondern auch die Folgekosten – etwa laufende Pflege oder Personalkosten für den Betrieb des Naturparks – müssen ermittelt werden. Die überschlägig ermittelten Projektkosten soll der Magistrat bis zu den Beratungen des Haushalts 2018 vorlegen, aber vorab schon die Fühler nach Fördermitteln von Land, Bund und EU sowie nach Geldern von Organisationen und Firmen ausstrecken.

Die Stadtverordneten wollen auch wissen, was die Firma Sehring mittlerweile zur Rekultivierung und Aufforstung am Waldsee, insbesondere an der Ostgrube, geleistet hat und was behördlicherseits gefordert ist. Da der Naturpark auch auf weitere renaturierte Areale ausgedehnt werden könnte, ist für die Stadtverordneten auch interessant, was als Ausgleich in andere Abbauvorhaben am Waldsee eingeplant ist.

Die Linken monierten in der Stadtverordnetensitzung, man öffne der Firma Sehring so möglicherweise Tür und Tor, sich der Renaturierung zu entziehen. „Durch die Schaffung eines Naturparks werden die Kosten auf die Bürger abgewälzt, und die Firma ist fein raus“, meinte Marianne Wurm. „Meines Wissens sind mittlerweile 80.000 Bäume gepflanzt worden“, erklärte Andreas Keppeler. Eberhard Heun (SPD) sah den geplanten Naturpark als „Chance für die ganze Region“.

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