+
Bürgermeister Frieder Gebhardt, SPD, will sich 2020 nicht mehr zur Wahl stellen.

Frieder Gebhardt

Bürgermeister von Langen tritt nicht mehr an

  • schließen

Langens Bürgermeister Frieder Gebhardt verzichtet auf eine weitere Kandidatur. SPD, CDU und Grüne wollen jeweils einen Bewerber ins Rennen schicken.

Langens Bürgermeister Frieder Gebhardt will nicht mehr. Der Sozialdemokrat hat angekündigt, aus Altersgründen für eine weitere Legislaturperiode nicht mehr zur Verfügung zu stehen; er scheidet somit am 30. Juni 2020 aus dem Amt. Das Rennen um seine Thronfolge scheint offen – auch wenn die SPD im kommenden Jahr bereits 100 Jahre lang den Bürgermeister stellt. Das Parteibuch des Amtsinhabers ist bei den wechselnden Mehrheiten im Langener Stadtparlament aber kein Garant für einen Wahlsieg – erst recht nicht vor dem Hintergrund, dass die SPD auf Bundesebene schwächelt und in den vergangenen Tagen auch in Rhein-Main bei Bürgermeisterwahlen Federn lassen musste.

Wie eng es werden könnte, zeigt allein schon der Blick auf die vergangenen Bürgermeisterwahlen. Im Februar 2014 zwang der parteilose Bewerber Jan Werner das amtierende Stadtoberhaupt in eine Stichwahl. Gebhardt siegte am Ende äußerst knapp mit 50,2 Prozent – das waren 49 Stimmen Vorsprung.

Er selbst sei nie ein SPD-Bürgermeister, sondern ein Bürgermeister für alle gewesen, sagt Gebhardt. „Ich hoffe, dass mein Nachfolger das genau so sieht, dann ist es egal, aus welchem Stall er kommt. Er muss nur in der Lage sein, den Laden zu führen“, so das Stadtoberhaupt, das im Oktober 70 Jahre alt wird.

Seit elf Jahren ist Gebhardt nun am Ruder, regiert wie auch schon sein Vorgänger Dieter Pitthan (SPD) ohne feste Koalitionen. Das sei zwar mühsam, sagt er, aber in Langen regiere damit „die Koalition der Vernunft“. Noch ist der studierte Kartograph gesund – „nur die Knochen machen mir ein bisschen Probleme“ –, aber trotzdem werde es Zeit, die Verantwortung in jüngere Hände zu legen. Er habe es sich aber nicht leicht gemacht mit der Entscheidung, sein Beruf mache ihm nach wie vor viel Spaß. Doch zumindest seine Frau, die „schon im fünften Jahr zu Hause ist“, freue sich, dass sie „nicht mehr alleine rumsitzen muss“.

Am kommenden Donnerstag, 11. April, legen die Stadtverordneten in ihrer Sitzung fest, ob am 1. März 2020 ein neuer Bürgermeister gewählt wird. Diesen Termin hat der Magistrat vorgeschlagen. Eine mögliche Stichwahl wäre für den 15. März 2020 terminiert.

Kandidatennamen werden noch nicht gehandelt, dafür ist es zu früh. Die CDU wittert aber schon mal Morgenluft. „Wir sehen durchaus die Möglichkeit, dass es bei der kommenden Wahl einen Bürgermeister aus dem bürgerlichen Lager gibt“, sagt Parteivorsitzender Christian Gött. Nach dem Wahlsieg von CDU-Bürgermeisterkandidat Jörg Rotter in Rödermark vor zwei Wochen sei die CDU im Kreis Offenbach im Aufwind, „und vielleicht können wir daran anknüpfen“. Möglicherweise werfe ja der zuletzt nur knapp unterlegene Jan Werner seinen Hut erneut in den Ring. Werner war früher Mitglied der CDU und hatte bei der vergangenen Wahl viele Unterstützer aus den Reihen der Partei.

„Wir bedauern, dass Frieder Gebhardt nicht mehr antritt“, sagt die SPD-Fraktionsvorsitzende Margrit Jansen. Schließlich habe er „wie alle unsere Bürgermeister“ das Schiff sehr ordentlich gesteuert. Die Langener SPD werde sicher einen Kandidaten ins Rennen schicken und trete an, „um zu gewinnen und das Amt weiter zu bekleiden“. Das Parteienspektrum habe sich allerdings verändert, es gebe neue Parteien. „Jeder, der antritt, wird es schwer haben“, ist sich Jansen sicher.

Die Grünen, die in Langen den Ersten Stadtrat stellen, haben das Thema bisher parteiintern noch nicht diskutiert. „Wir werden einen Kandidaten suchen oder eine Kandidatin, was mir am liebsten wäre“, sagt Fraktionsvorsitzender Jens Duffner. Im Mai werde sich die Mitgliederversammlung damit beschäftigen. „Ich würde meiner Partei empfehlen, jemand zu suchen, weil wir Grünen nun bei einigen Kommunalwahlen in Rhein-Main gewonnen haben“, so Duffner. Eine Bürgermeisterin gab es übrigens in Langen noch nicht.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare