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Im Bannwald südöstlich des Langener Waldsees.
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Im Bannwald südöstlich des Langener Waldsees.

Langen Waldsee

Der Bannwald darf fallen

  • Andreas Hartmann
    VonAndreas Hartmann
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Umweltschützer haben lange gegen eine Rodung am Langener Waldsee gekämpft. Doch ihr Kampf war vergeblich. Der Hessische Verwaltungsgerichtshof gibt dem Baustoffwerk Sehring Recht. Das Unternehmen will seine Kiesgrube erweitern.

Der Streit zwischen Umweltschützern und dem Baustoffwerk Sehring um die Rodung von 7,5 Hektar Wald am Langener Waldsee ist entschieden. Das Langener Unternehmen darf den eigentlich streng geschützten Bannwald südöstlich der Kiesgrube fällen. Das hat der Hessische Verwaltungsgerichtshof (VGH) in Kassel gestern in letzter Instanz entschieden.

„Einer sofortigen Umsetzung des Rahmenbetriebsplans durch die Firma Sehring stehen somit weiterhin keine rechtlichen Hindernisse entgegen“, teilte der VGH mit. Die Entscheidung des Gerichts ist unanfechtbar.

Baustoffe werden verschifft

Grünen-Politiker und Umweltschützer hatten vor Gericht gegen die Erweiterung gekämpft, nachdem das Regierungspräsidium Darmstadt unter Regierungspräsident Johannes Baron (FDP) am 15. August vergangenen Jahres die Erweiterung der Kiesgrube und am 23. Oktober den Sofortvollzug der Rodungsarbeiten genehmigt hatte. Sie werfen dem Betreiber vor, einen großen Teil der dort gewonnene Baustoffe Kies und Sand über den Frankfurter Hafen zu verschiffen und gar nicht in der Region zu verarbeiten. Es sei deshalb unverantwortlich, wertvollen Bannwald mitten im Ballungsraum Rhein-Main zu fällen.

Für den Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND), der gegen die Entscheidung des Regierungspräsidiums geklagt hatte, ist das eine herbe Niederlage. „Der Beschluss des Verwaltungsgerichtshofes ist eine ganz bittere Pille“, sagt Thomas Norgall, Naturschutzreferent des BUND Hessen. Die Umweltschützer seien „tief enttäuscht und geschockt“. Die schriftliche Begründung für die VGH-Entscheidung liegt noch nicht vor.

Noch mehr Wald gefährdet

Im Koalitionsvertrag der neuen schwarz-grünen Landesregierung ist das Ziel festgeschrieben, Bannwälder künftig besser zu schützen. Für den Wald an der Langener Kiesgrube, auf den die Vereinbarung vermutlich maßgeblich abzielte, kommt der Entschluss wohl zu spät. Das Regierungspräsidium hat hier den Abbau auf einer Gesamtfläche von 63,7 Hektar genehmigt. Noch nicht entschieden haben die Gerichte über die grundsätzliche Frage, ob Sehring in den kommenden Jahren auch die übrigen 56,2 Hektar Bannwald roden darf. Er glaube, dass der BUND im Hauptverfahren, das noch vor dem Verwaltungsgericht Darmstadt anhängig ist, mehr Zeit habe, um die ungelösten Naturschutzkonflikte darzustellen, sagt Norgall. Man habe in dem nun verlorenen Verfahren unter hohem Zeitdruck gestanden. Das sei ein Problem gewesen.

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