+
Auf der A661 bei Dreieich

Dreieich

Lärmschutzwand für die A661

Wand statt Wall: Für das Dreieicher Neubaugebiet Heckenborn an der Autobahn kostet diese Lösung zwar mehr. Sie ermöglicht aber den Bau von Ein- und Zweifamilienhäusern.

Von Achim Ritz

Im geplanten Neubaugebiet Heckenborn im Osten von Sprendlingen soll entlang der A661 eine 765 Meter lange Lärmschutzwand errichtet werden. Diese und nicht – wie zunächst vorgesehen – ein Erdwall bringt nach Darstellung des Magistrats „in der Gesamtwirkung die positivsten Ergebnisse“. Durch die 2,50 bis vier Meter hohe Wand direkt neben dem Fahrstreifen an der Autobahn (A661) in Richtung Süden könne der Lärmpegel tagsüber – ähnlich wie bei einem Erdwall – auf 59 Dezibel gesenkt werden.

Doch eine Wand bringe im Vergleich zum Wall auch eine Verbesserung für die Obergeschosse der künftigen Häuser im Neubaugebiet, heißt es. Auch in den oberen Etagen werde der Lärm tagsüber dann bei 59 Dezibel liegen. Anders als bei der Variante mit dem Erdwall gebe es sozusagen kein Verbot, Balkon, Loggia oder Terrasse auf die Seite zur Autobahn zu legen. „Aus schalltechnischer Sicht“ rät der Magistrat trotzdem davon ab, so zu bauen.

Wand statt Wall – das koste zwar mit rund 1,5 Millionen ungefähr 500.000 Euro mehr, die Stadt spricht aber von Vorteilen für das künftige Baugebiet. Das könne aufgelockert werden und bringe Pluspunkte für die Wohnqualität. Ferner seien bessere Vermarktungsmöglichkeiten vor allem der Grundstücke am Rand der knapp zwölf Hektar großen Neubaufläche die Folge.

Nach Einschätzung des Magistrats steigt die städtebauliche Qualität des Areals, da eine Riegelbebauung überflüssig wird. Die zunächst bei der Erdwall-Variante vorgesehene Reihenhausbebauung könne entfallen und durch eine gemischte Bauweise mit mehr Ein- und Zweifamilienhäusern ersetzt werden.

Die höheren Kosten für die Lärmschutzwand an der A661 schlagen sich nach Angaben der LBBW Immobilien Kommunalentwicklungs-Gesellschaft, die für Heckenborn zuständig ist, mit 13 Euro pro Quadratmeter nieder. Günstiger wird die Entwicklung des Gebietes aber, weil für die Wand weniger Fläche als für einen Wall (3500 Quadratmeter) benötigt werde. In einer Risikoanalyse der Entwicklungsgesellschaft gehen Fachleute von einem späteren „wirtschaftlichen Abschluss“ des neuen Wohngebietes aus. Diese Prognose wird nach Ansicht des Magistrats jetzt „durch den Wegfall der Riegelbebauung und mehr Ein- und Zweifamilienhäuser am Naturraum“ verbessert.

Eine Verlängerung der Lärmschutzwand über 765 Meter hinaus in Richtung Norden würde zwar mehr Ruhe auch für andere Bewohner außerhalb des Neubaugebietes bringen, aber die Verantwortlichen im Rathaus sehen sich derzeit aufgrund des defizitären Haushalts nicht in der Lage, dies zu bezahlen. Das Fundament für ein späteres Baurecht solle aber schon jetzt gelegt werden.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare