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Die Drohne der Stadt Dietzenbach hat die großen Sturmschäden im Wald sichtbar gemacht. 

Bilanz

80.000 Kubikmeter Wald im Kreis Offenbach sind nach Unwetter weg

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Während die meisten öffentlichen Einrichtungen wieder auf haben, bilanziert das Forstamt Langen verheerende Schäden durch das Unwetter vor zweieinhalb Wochen.

Zweieinhalb Wochen nach dem schweren Unwetter im Kreis Offenbach sind die Beschädigungen fast überall repariert – wenn auch zum Teil nur notdürftig. Gesperrte öffentliche Einrichtungen konnten wieder freigegeben werden, die Bestandsaufnahme der Verwüstungen ist aber noch lange nicht abgeschlossen. In einer ersten Bilanz spricht das Forstamt Langen gegenüber der FR von mindestens 80 000 Kubikmetern Wald, die dem Erdboden gleich gemacht wurden.

Ab heute kann der Waldfriedhof im Rodgauer Stadtteil Jügesheim wieder betreten werden. Nach wie vor seien in Rodgau aber Waldflächen und Grünanlagen gesperrt, berichtet Pressesprecherin Sabine Hooke. Schäden an Gebäuden, wie etwa am Feuerwehrhaus Mitte, müssten noch finanziell festgestellt werden – zum Teil gutachterlich. „Das uns bekannte Bild Rodgaus wird nie wieder herstellbar sein. Unser Wald, unsere Rodau und unsere Parks haben ihr Gesicht verändert“, so Hooke. Rodgau besitzt 2000 Hektar Forst – die größte kommunale Waldfläche im Kreis Offenbach.

In Dietzenbach haben Sachverständige den 33 Meter hohen Aussichtsturm auf dem Wingertsberg vorsichtshalber auf seine Standfestigkeit überprüft. „Ohne Mängel freigegeben“, erklärt Pressereferent Tim Kath. Das Dach des Feuerwehrhauses im Dreieicher Stadtteil Götzenhain sei bisher nur notdürftig repariert, der Auftrag sei aber vergeben, erklärt Britta Graf von der städtischen Pressestelle. Das ausgespülte Granulat des Kunstrasenplatzes in Dreieichenhain sei wieder aufgefüllt, „aber wir wissen noch nicht, was es kostet“. Das teilweise weggeflogene Vordach am Gebäude der Sportanlage Rheinstraße habe die Versicherung ersetzt. Kostenpunkt: 2000 Euro. Die städtische Minigolfanlage in Offenthal sei nur in Teilen repariert. „Fünf Bahnen sind bespielbar“, so Graf.

Aufräumen bis Jahresende

Das Parkschwimmbad in Dreieich machte gar nicht mehr auf. Das Waldschwimmbad in Dietzenbach und das Egelsbacher Freibad sind zwar wieder geöffnet, die Liegewiesen und das Kleinkinderbecken sind aber nicht zugänglich. Das Freibad Seligenstadt konnte zwar einige Tage lang wieder ohne den noch gesperrten Mutter-Kind-Bereich öffnen, beendete die Saison gestern wegen eines Chlorgasaustritts im Gebäude aber vorzeitig.

Der Sturm hat auf dem Gebiet der Stadt Langen rund 40 Hektar Wald vernichtet. „Im Langener Stadtgebiet wurden 400 Bäume umgeweht“, sagt Pressesprecher Roland Sorger. Ob sie auch alle wieder aufgeforstet werden, sei noch nicht klar.

Das Forstamt Langen, das für den Kreis und die Stadt Offenbach zuständig ist, hat zuerst die Aufräumarbeiten an den Straßen erledigt. In einem zweiten Schritt würden jetzt die Waldbereiche an Brunnen, Versorgungseinrichtungen, Gasbehältern und Spielplätzen sowie die Hauptverbindungswege von umgestürzten Bäumen freigeräumt, sagt der neue Forstamtsleiter Roland Piper. In den nächsten Tagen folgt die Herstellung der Verkehrssicherheit an bebauten Grundstücken. Erst im dritten Schritt werden schmale und kleine Waldwege freigeschnitten. „Das wird sich bis Ende des Jahres ziehen“, sagt Piper. „Wir können bei diesem Flächenausmaß nicht gleichzeitig überall sein.“ Angebotene Hilfe aus der Bevölkerung könne er leider nicht annehmen, weil nur ausgebildetes Personal die Sturmschäden beseitigen dürfe.

Beim Kreis Offenbach sind bislang nur zwei Finanzhilfeanträge von geschädigten Bürgern eingegangen. „Wir hatten aber schon mehrere telefonische Anfragen“, so Kreissprecherin Ursula Luh. Die Antragsformulare, die unter kreis-offenbach.de/sturmhilfe abzurufen sind, müssen innerhalb von vier Wochen nach der amtlichen Bekanntmachung eingereicht werden. Die ersten Veröffentlichungen in den Amtsblättern erfolgten gestern.

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