Vertragsunterzeichnung für die interkommunale Zusammenarbeit über Landkreisgrenzen hinweg zwischen Rödermark und Messel.

Neuerung

Rödermark/Messel: Kooperation über Kreisgrenzen hinweg

  • Annette Schlegl
    vonAnnette Schlegl
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Erstmals arbeiten zwei Kommunen kreisübergreifend beim Ordnungsdienst zusammen: Rödermarker Ordnungspolizisten laufen künftig auch in Messel Streife.

Die Tinte des Vertragswerks ist schon trocken, die Zusammenarbeit muss aber noch mit Leben gefüllt werden: Erstmals werden zwei Kommunen über Landkreisgrenzen hinweg zusammenarbeiten. Rödermark im Kreis Offenbach und Messel im Landkreis Darmstadt-Dieburg kooperieren beim Ordnungsdienst.

Konkret sieht die Zusammenarbeit folgendermaßen aus: Ordnungspolizisten aus Rödermark gehen und fahren künftig auch in Messel Streife, schreiben Knöllchen für Verkehrssünder, kontrollieren Gaststättenbetriebe und Spielhallen, schauen in Parks und auf Grillplätzen nach dem Rechten und nehmen sich Hundebesitzer zur Brust, die ihre Vierbeiner während der Setz- und Brutzeit nicht an der Leine führen.

Der Anstoß für die kreisübergreifende kommunale Kooperation kam von der Gemeinde Messel. „Wegen einer Personalveränderung waren wir nicht in der Lage, das Ordnungsamt mit einem Nachfolger zu besetzen“, sagt Messels Bürgermeister Andreas Larem (SPD). Ein Jahr lang war der Posten vakant, dann kam Larem die rettende Idee der interkommunalen Zusammenarbeit mit Rödermark. Die dortige Ordnungspolizei sei mit vier Mann im Außendienst gut aufgestellt und verfüge auch über das entsprechende Equipment.

Gemeinsame Sache im Kreis Offenbach

Langen und Egelsbach machen seit Anfang 2019 in der Abfallwirtschaft gemeinsame Sache. Sie gründeten die Abfallservice Langen Egelsbach GmbH.

Neu-Isenburg und Heusenstamm lassen ihre Ausschreibungen seit September 2018 in einer gemeinsamen Vergabestelle bearbeiten.

Dreieich und Neu-Isenburg haben im April 2018 ihre Bauhöfe unter dem Dach des Dienstleistungsbetriebs (DLB) zusammengelegt. ann

Sieben Kilometer und die Landkreisgrenze trennen die beiden Kommunen. Von Messel nach Eppertshausen ist es zwar fast gleich weit, aber die Gemeinde im Landkreis Darmstadt-Dieburg hat keine eigene Ordnungspolizei, sondern greift auf einen privaten Sicherheitsdienst zurück. Nach Darmstadt sind es zehn Kilometer, genauso wie nach Dieburg.

Die Stadt Messel mit ihren 4000 Einwohnern ist eine kleine Kommune. „Jeder kennt jeden“, sagt der Bürgermeister. Dass Rödermärker Ordnungspolizisten eine gewisse Distanz zu den Einheimischen haben werden, sei nur förderlich.

Messel nahm in der Vergangenheit rund 14 000 Euro jährlich aus der Verkehrsüberwachung ein und zahlt der Stadt Rödermark nun für den Streifendienst pro Jahr 27 000 Euro. Trotzdem rechnet die Verwaltung mit einer Kostenersparnis von rund 80 000 Euro. „Das eingenommene Bußgeld wird prozentual nach Einwohnern aufgeteilt“, erklärt Rödermarks Erste Stadträtin Andrea Schülner (AL/Grüne). Ihre Stadt erhält innerhalb der ersten fünf Jahre vom Land einen Zuschuss von 50 000 Euro.

Weil die EDV noch umgestellt werden muss, beginnt die Kooperation erst am 1. April. Am Donnerstag setzten Larem, Schülner, Rödermarks Bürgermeister Jörg Rotter und Messels Erster Beigeordneter Wilhelm Schott (beide CDU) aber schon ihre Unterschriften unter den Vertrag, mit dem die Ordnungs- und Verwaltungsbehördenbezirke zusammengelegt werden. Mit Veröffentlichung im Staatsanzeiger gilt das Konstrukt als gegründet.

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