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Ein gemeinsamer Mitarbeiter überwacht künftig in vier Kommunen die Beförderung von Gefahrgut.
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Ein gemeinsamer Mitarbeiter überwacht künftig in vier Kommunen die Beförderung von Gefahrgut.

Rodgau Gefahrgutüberwacher

Kooperation zur Gefahrenabwehr

  • Annette Schlegl
    VonAnnette Schlegl
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„Einen für alle“: Die Städte Rodgau, Dreieich, Langen und Seligenstadt beschäftigen einen örtlichen Gefahrgutüberwacher. So sparen die vier Kommunen nicht nur Personalkosten, sondern bündeln fachliche Kompetenzen an einer Stelle.

Aus vier macht eins. Nach dieser Maxime haben die Städte Rodgau, Dreieich, Langen und Seligenstadt gehandelt. Statt vier örtliche Gefahrgutüberwacher zu beschäftigen, haben sie sich auf „einen für alle“ geeinigt. „Gemeinsamer örtlicher Ordnungsbehördenbezirk mit der Aufgabe der Gefahrgutüberwachung“ nennt sich das Konstrukt. So sparen die vier Kommunen nicht nur Personalkosten, sondern bündeln fachliche Kompetenzen an einer Stelle. Rodgau hat dabei die Federführung übernommen.

Keine gesetzliche Regelung

Rund 350 Betriebe in Rodgau, Dreieich, Langen und Seligenstadt, die mit gefährlichen Gütern zu tun haben, werden ab sofort öfter mal vom Gefahrgut-Sachbearbeiter Lothar Müller Besuch bekommen. Er wird sie nicht nur kontrollieren, sondern auch fachkompetent beraten. Der Mitarbeiter des Fachdienstes Gefahrenabwehr- und Gesundheitszentrum des Kreises Offenbach hat bisher die Lkw auf der Straße kontrolliert und wechselt jetzt „von den fahrenden zu den stehenden Gefahrengütern“, wie er sich selbst ausdrückt. Er bekleidet nun eine halbe Stelle beim Kreis und eine halbe Stelle bei der Stadt Rodgau.

Mit der Beschäftigung von Müller sind die vier Städte ganz neue Wege gegangen: Sie arbeiten in punkto Gefahrgutüberwachung erstmals zusammen. Dass langjährige Gefahrgut-Sachbearbeiter in Rodgau und Dreieich in den Ruhestand gingen, führte dort schon vor vier Jahren zu ersten Überlegungen, wie das Aufgabengebiet zukünftig bearbeitet werden soll. Die Zahl der überwachungsbedürftigen Betriebe war vergleichsweise gering, die Thematik ist aufgrund ständiger Veränderungen und Neuerungen aber sehr komplex. Regelmäßige Fortbildung und große Erfahrung sind erforderlich.

Wie Michael Schüßler (FDP), Erster Stadtrat von Rodgau, erklärt, war bisher nur der Zusammenschluss von Kommunen mit mehr als 50 000 Einwohnern geregelt. Hier übernimmt der Kreis die Federführung in der Gefahrgutsachbearbeitung. Für Kommunen unter 50 000 Einwohner gab es keine gesetzliche Regelung. Deshalb suchte man nach einer gangbaren Lösung für ein Zusammenwirken, bekam aber nach Auskunft von Langens Erstem Stadtrat Klaus-Dieter Schneider (parteilos) vom Regierungspräsidium immer wieder Knüppel zwischen die Beine geworfen – obwohl die Kreiskommunen schon seit langem bei der Beschaffung von Feuerwehrbekleidung zusammenarbeiten.

„Der monetäre Aspekt sticht“

Verschiedene Alternativen für die interkommunale Gefahrgutüberwachung wurden geprüft, erörtert und mussten wieder verworfen werden. Auch bei der jetzigen Lösung, dem gemeinsamen örtlichen Ordnungsbehördenbezirk, waren laut Landrat Oliver Quilling erst einmal „ordnungsrechtliche Hürden“ zu nehmen. Als sich die Stadt Rodgau als eine der beteiligten Kommunen „den Hut aufsetzte“, konnte das Regierungspräsidium nach diversen Gesprächen letztendlich überzeugt werden.

Dreieichs Erster Stadtrat Martin Burlon (parteilos) weiß, wie groß das Einsparpotenzial für seine Stadt ist: Statt 23 000 Euro Personalkosten schlagen jetzt nur noch rund 13 000 Euro zu Buche. Da die Zahlen in den anderen Städten ähnlich aussehen, meint Schüßler: „Der monetäre Aspekt sticht.“ Trotzdem seien Qualitätssteigerung und mehr Sicherheit entscheidende Argumente. „Wir können jetzt das Schlagwort einer schlanken Verwaltung abbilden“, freut sich Rodgaus Bürgermeister Jürgen Hoffmann (SPD).

„Unsere Ausdauer hat sich ausgezahlt“, meint Schüßler. „Wir haben trotz einiger ernüchternder Rückschläge nicht aufgegeben“, pflichtet ihm Burlon bei. Claudia Bicherl (CDU), Erste Stadträtin in Seligenstadt, dankt der Stadt Rodgau, die den Anstoß zu dieser interkommunalen Zusammenarbeit gab. Genauso wie die anderen ist sie sich sicher, dass weitere Kommunen dazukommen werden.

Auch wenn künftig nicht mehr acht Augen, sondern nur noch zwei Augen die Verpackung, den Warenein- und -ausgang sowie die Verladung von gefährlichen Gütern überwachen, gibt es laut Schneider keine Verschlechterung für die Bürger und die Betriebe. Gleichzeitig könnten die einzelnen Feuerwehren entlastet werden.

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