Rodgau

Die Linke will ins Parlament

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Gute Chancen rechnet sich die Linkspartei für einen Einzug ins Rodgauer Stadtparlamernt aus. Bei den Bundestagswahlen holte die Partei hier immerhin 7,7 Prozent. Von Christoph Manus

Mehr Fraktionen als bisher werden voraussichtlich nach der Kommunalwahl im kommenden Jahr der Stadtverordnetenversammlung angehören. Außer dem Verein "Zusammen mit Bürgern" und den "Piraten" will auch die Rodgauer Linke eine Liste aufstellen.

Heiko Stenzel (45), der wie Wolfgang Weitz (55) als Sprecher der Linken fungiert, hält ein Wahlergebnis von bis zu sechs Prozent für möglich. Bei der letzten Bundestagswahl kam die Partei in Rodgau auf 7,7, im größten Stadtteil, Nieder-Roden, sogar auf 8,7 Prozent.

Stenzel will die Dinge pragmatisch angehen. Dazu gehört etwa, dass die Linke das von der CDU initiierte Bürgerbegehren gegen zwei hauptamtliche Stadträte unterstützt. Die Stadt könne sich die Stelle schließlich nicht leisten, sagt Stenzel. Ausputzer oder gar Stimmvieh, ein Mehrheitsbeschaffer, werde die Linke aber nicht sein.

Der gelernte Elektrotechniker fürchtet, dass angesichts des hohen Haushaltsdefizits und wegen der Steuererleichterungen im Bund nach der Kommunalwahl "abkassiert" werde und "Verteilungskämpfe" in Rodgau beginnen würden.

Für Kürzungen im sozialen Bereich will die Linke nicht die Hand heben. Hartz IV und andere soziale Einschnitte sind es schließlich, die für Stenzel nach 24 Jahren SPD-Mitgliedschaft den Ausschlag für den Wechsel gaben. "Die Agenda 2010 hat bei mir zu Verbitterung geführt", sagt der Nieder-Röder. Zudem habe sich die SPD zu einem Honoratiorenverein entwickelt.

Die Linke, die in Rodgau 15 Mitglieder hat, wünscht sich eine bessere Wirtschaftsförderung. In Sachen Industrieansiedlung sei in den vergangenen Jahren wenig passiert. Sie will, dass sich die Stadt für eine Steuerreform zugunsten der Kommunen einsetzt. Wie die Kooperation hält sie die Ortsbeiräte für überflüssig und einen Ausdruck von "Kirchturmdenken". Stenzel fordert zudem, dass sich die Politik mehr für Zeit- und Leiharbeiter einsetzt.

Kontakt: Heiko Stenzel, hei64ko@arcor.de, www.die-linke-of.de

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