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Spargel stechen auf dem Sandhof in Rodgau.
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Spargel stechen auf dem Sandhof in Rodgau.

Rodgau Spargel

Königliches Gemüse ist früh dran

  • VonFrank Sommer
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Dank des milden Winters wird in Rodgau schon Spargel geerntet. Noch ist der Ertrag nicht allzu üppig. Die Spargel-Bauern hoffen auf Landregen, damit die Ernte in diesem Jahr gut ausfällt.

Sonst habe sie den ersten Spargel frühestens zu ihrem Geburtstag Mitte April gegessen, doch in diesem Jahr sei alles anders. „Die Saison hat zwei Wochen früher begonnen“, sagt Gesa Fischer vom Sandhof in Jügesheim. Zehn Erntehelfer sind dort schon jetzt im Einsatz, um den Spargel zu stechen. Gesa Fischer und ihr Mann Dan bauen auf rund sechs Hektar in den Rodgauer Stadtteilen Jügesheim und Nieder-Roden Spargel an.

Der milde Winter hat’s möglich gemacht: Die Spargelernte begann in diesem Jahr viel früher – ganz im Gegensatz zur vergangenen Spargelsaison, die sich durch den sehr nassen und kalten Winter um knapp zwei Wochen verzögert hatte. An den Verkaufsständen an den Rodgauer Feldern ist der Spargel gefragt. Noch ist der Ertrag nicht allzu üppig, die Spargelstecher müssen an den „Balken“ genannten Erdwällen genau hinschauen, wo die Pflanze durchbrechen wird. „Aber das wird sich in den nächsten Tagen ändern, die eigentliche Saison beginnt ja erst“, sagt Dan Fischer. Angst, dass durch den warmen Winter der Spargel holzig werde, müsse man nicht haben: „Holzig wird der Spargel nur, wenn er langsam wächst. Aber bei den Temperaturen wird er jetzt richtig hochschießen.“

Den ersten Spargel gab es wie fast in jedem Jahr auf den Feldern des Rollwaldhofes von Jürgen und Mira Werlé. „Vor drei Jahren begann die Saison auch schon so früh“, erinnert sich Mira Werlé. Auf dem Rollwaldhof wird mit Mini-Tunneln gearbeitet, welche die Erde erwärmen. „Schließlich ist es nachts noch richtig kalt.“ Außerdem hält der Tunnel Unkraut ab. Wie beim Sandhof liegt momentan auch hier der Kilopreis bei sechs Euro für die unterste Spargelklasse.

Ohne Folie oder Mini-Tunnel

„Die verschiedenen Sorten haben nichts mit dem Geschmack zu tun, sondern beziehen sich auf die Dicke des Spargels“, sagt Bernd Ripper. Die erste Kategorie bezeichne besonders dicke Stangen mit wenig Schälabfall, bei der zweiten seien die Köpfe größer. Der Chemiker betreibt seit Jahren im Nebenerwerb mit seiner Frau den Spargelanbau. „Nur regnen müsste es mehr, sonst fällt die Ernte gering aus“, sagt er. Spargel brauche Wasser, „schließlich besteht er zum größten Teil daraus.“

Bei den Dudenhöfern Volker und Stefanie Kühnle wird der Spargel noch nicht gestochen. „Wir arbeiten ohne Folie oder Mini-Tunnel, da braucht es eben etwas länger“, sagt Stefanie Kühnle. Erst vergangenen Dienstag haben beide die Balken auf den Feldern errichtet. „Wir haben immer noch Nachtfrost, da ist es dem Spargel zu kalt“, erklärt sie. Früher habe es den Spargel schließlich auch erst um Ostern herum gegeben.

Auf einen „schönen Landregen“ hofft Sebastian Würfl, damit die Ernte gut ausfällt. In Rodgau unterhält die Gründauer Bauersfamilie rund zehn Hektar Spargel- und vier Hektar Erdbeerfelder. „Seit Ende März können wir Spargel stechen“, sagt er. Dieses Jahr sei alles sehr früh dran. Er könne sich nicht erinnern, „jemals um den 10. April herum schon Erdbeeren gegessen zu haben.“ Ein milder Winter sei aber trotzdem nicht ideal für den Spargel, erklärt er. „Der braucht schon einen richtigen Kältereiz, damit er dann auch wächst.“ Mit der bisherigen Ernte sei er aber sehr zufrieden. In Spitzenzeiten werden bis zu 120 Erntehelfer den Spargel stechen.

Auf 1814 Hektar Land wurde laut Statistischem Landesamt im vergangenen Jahr in Hessen Spargel angebaut. „Der größte Teil entfällt dabei auf den Kreis Darmstadt-Dieburg, die Bergstraße und Groß-Gerau. Dort gibt es sehr viele Spezialbetriebe“, sagt Hubert Wolf. Der stellvertretende Vorsitzende des Regionalbauernverbandes Starkenburg erklärt, dass im Kreis Offenbach der größte Teil der Anbaufläche auf Rodgauer Gemarkung liege.

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